Kritik

WhatsApp soll internationale Datenschutz-Gesetze verletzen

30.01.2013 | 10:46 Uhr | Michael Söldner

Aufsichtsbehörden in Kanada und den Niederlanden kritisieren WhatsApp für seine Datenschutz-Politik mit gesammelten Telefonnummern.

In einer gemeinsamen Untersuchung sind kanadische und niederländischen Aufsichtsbehörden zu dem Schluss gekommen, dass der Nachrichtendienst WhatsApp den Datenschutz bei der Speicherung von Telefonnummern vernachlässigt.

Die für die Untersuchung zuständigen Mitarbeiter kritisieren die Art und Weise, wie WhatsApp nach erfolgter Installation den Zugriff auf das Adressbuch der Smartphone-Besitzer erzwingt. Dabei werden alle auf dem Gerät gespeicherten Telefonnummern auf die Server von WhatsApp übertragen, unabhängig davon, ob die jeweiligen Nutzer sich beim Dienst angemeldet haben. Auch im Falle einer nicht möglichen Zuordnung würden die Nummern weiterhin gespeichert.

Die niederländische Regulierungsbehörde denkt daher über mögliche Strafmaßnahmen nach, falls WhatsApp nicht entsprechend auf die Kritik reagieren sollte. Die kanadischen Organe wollen das Handeln des Dienstes ebenfalls weiter im Auge behalten.

WhatsApp startete im Jahre 2009 als Alternative zu SMS-Nachrichten. Die App ermöglicht den Versand von Texten, Bildern, Videos und Audio-Botschaften. Der momentan noch kostenlose Dienst steht unter Android, iOS, Blackberry, Windows Phone und Symbian zur Verfügung.

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