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Whatsapp-Mitgründer beruhigt Sicherheits-Kritiker

19.03.2014 | 10:18 Uhr |

Was hat Whatsapp mit dem KGB zu tun? Mitgründer Jan Koum begründet seinen hohen Datenschutzanspruch mit seiner Jugend in der UdSSR. Aber einige Fragen lässt er unbeantwortet.

In einem Blog-Post stellt der Whatsapp-Mitgründer Jan Koum klar, dass es im Rahmen der Whatsapp-Übernahme durch Facebook viele falsche Informationen in der Presse gegeben habe. Facebook hatte Whatsapp für 19 Milliarden Dollar gekauft und viele Nutzer befürchten seitdem ein gläsernes User-Profil, weil sowohl ihre Facebook- als auch ihre Chat-Nachrichten in einer Hand vereint sind. Koum betont, dass ihm die Privatsphäre seiner Nutzer sehr am Herzen liege. Er selbst wurde in der Ukraine geboren und ist in der UdSSR aufgewachsen. Er erinnere sich noch gut daran, wie seine Mutter des öfteren am Telefon gesagt habe, dass dies kein Thema für ein Telefongespräch sei und man sich persönlich treffen solle. Das sei aus Angst vor der Überwachung durch den KGB geschehen.

Whatsapp verlange nach keinem Namen und keiner Mail-Adresse, schreibt Koum. Man kenne den Geburtstag der Nutzer nicht und auch die Wohnadresse nicht. Man wolle diese Daten auch nicht künftig erheben. Auch unter Facebook soll sich daran nichts ändern.

Von einer Zusammenlegung der Facebook- und Whatsapp-Datenbanken sagt Koum nichts. Doch gerade darin liegt die Angst vieler Kritiker am Facebook-Whatsapp-Gebilde begründet. Dann hätte Zuckerberg zu jedem Facebook-Nutzer nicht nur den Namen und die Mail-Adresse aus Facebook, sondern auch die Handy-Nummer. Letztere nämlich braucht Whatsapp, um zu funktionieren.

Auch auf eine andere Quelle der Angst geht Koum in seinem Blog-Post nicht ein: Wer den Facebook-Chatdienst nicht nutzt, sondern bewusst mit einer anderen App (etwa Whatsapp) chattet, um nicht all seine Daten bei einem Unternehmen zu konzentrieren, steht nun vor einem Problem. Wenn Facebook und Whatsapp ihre Datenbanken vereinen sollten, hat ihm das Ausweichen auf Whatsapp nichts genutzt.

Diese Angst ist vielleicht unbegründet. Doch verwunderlich ist sie nicht. Hatte Whatsapp doch in der Vergangenheit mit zahlreichen Sicherheitslücken zu kämpfen. Wer seine Nachrichten auf der SD-Karte seines Androiden speichert, könnte etwa leicht das Opfer neugieriger Mitleser werden. Und obwohl Koum in der Sowjetunion aufgewachsen ist, haben die Whatsapp-Entwickler offenbar einen uralten Verschlüsselungsfehler wiederholt, der bereits in der UdSSR begangen wurde . Whatsapp beruhigte damals: Das Problem sei nur theoretischer Natur.

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