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Wider den neugierigen Blicken

29.11.2001 | 00:00 Uhr |

Nicht jeden geht an, was man auf der Platte hat. Mit einfachen Tricks und kostenlosen Tools kann man sich schützen.

München/Macwelt - Als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September haben Regierungen weltweit Instrumente zur Kontrolle des Datenverkehrs im Internet eingesetzt. Erst installierten die Bush-Administration Schnüffelapparate bei den Providern und nun kreiert das FBI einen Virus, der ein Spionageprogramm auf den Rechner von Verdächtigen installieren soll, um alle Tastenanschläge zu überwachen. Dabei greifen die Beamten auf den Fundus der Hacker-Gemeinde zurück. Diese setzt die so genannten "Keygrabber-Programme" nämlich auch gerne ein, um an Passwörter oder Textpassagen ihrer Opfer zu gelangen. Bei all den Eingriffen in die bürgerliche Privatsphäre sollte man jedoch nicht vergessen, dass viele Fälle von Spionage aus einer anderen Ecke kommen.

Nicht nur Hacker stellen eine Bedrohung für die eigenen Daten dar. Oft vergessen und unterschätzt sind die Zugriffe, die Firmen- oder Büro intern stattfinden. Diese kleinen Datendiebereien stützen sich nicht unbedingt auf Schnüffelprogramme, verletzten aber auch die Privatsphäre eines Mitarbeiters. Wie lässt sich so etwas verhindern?

Fakt ist, dass sich ein Mac nicht zu einem Fort Knox ausbauen lässt. Es gibt immer Mittel und Wege, um an die gewünschten Daten zu kommen. Aber mit ein paar Vorsichtsmaßnahem kann man es neugierigen Blicken schwerer machen.

Unter Mac-OS X lohnt es sich einen zweiten Account ohne Administratorrechte einzurichten und darunter seiner täglichen Arbeit nachzugehen. Schnelle Veränderungen am System, die Zugriffsrechte benötigen, verhindert man dadurch.

Auch ein Screensaver mit Passwortschutz ist eine gute Methode, den Zugriff auf seine Daten bei kurzer Abwesenheit zu unterbinden. In Mac-OS X ist er im System eingebaut, im klassischen Mac-OS kann man sich mit einer Drittlösungen wie dem Screensaver Matrix behelfen. Ideal ist es, wenn man sich eine Monitorecke aussucht und in den Einstellungen diese mit dem Befehl der sofortigen Aktivierung des Bildschirmschoners belegt. Diese Möglichkeit gilt es dann aber auch zu nutzen und sei es nur bei einer kurzen Kaffee- oder Zigarettenpause.

Nicht nur dabei sollte man immer gute Passwörter wählen. Gut bedeutet, dass das Zugangswort aus einer mindestens sechsstelligen Zufallskette von Buchstaben, Zahlen und/oder Sonderzeichen bestehen sollte. Namen von Partnern oder Haustieren sind, genauso wie die Wörter "Passwort", "Sommer" und "Winter", tabu. Denn diese sind nach Angaben einer schwedischen Sicherheitsfirma die gängigsten Passwörter und somit die erste Wahl bei Einbruchsversuchen. Nicht immer von Programmen akzeptiert, aber ein Sonderzeichen der ersten Wahl ist ein gut in der Zeichenfolge platziertes Leerzeichen.

Hält man sich an diese Grundregeln, braucht man sich in den meisten Fällen nicht all zu große Sorgen um seine Daten zu machen. Will man darüber hinaus unter dem klassischen Mac-OS mehr Sicherheit, kann man zu kleinen Helfern greifen.

Im zweiten Teil lesen Sie, wie Sie Ihre sensiblen Daten unsichtbar machen und sich vor Cookies schützen

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