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Wie Apple eine Milliarde US-Dollar bei der Beats-Übernahme sparen könnte

26.05.2014 | 06:34 Uhr |

Beats Electronics hat aus Steuergründen seinen Hauptsitz in Irland und für die Übernahme könnte Apple nicht nur problemlos seine Bargeldreserven anzapfen, sondern auch massiv an den fälligen Steuern für den Endpreis sparen.

Der Analyst Joseph Harpaz, ein Experte für Buchhaltung bei Thompson Reuters, hat in der letzten Woche einen Beitrag in Forbes veröffentlicht, in dem er erklärt , dass die Beibehaltung des in 2012 nach Irland verlegten Steuerwohnsitzes eine wichtige Rolle bei der Übernahme der Kopfhörer- und Musikstreamdienst-Firma Beats spielt. Nutzt Apple seine Gewinne und Bargeld-Reserven außerhalb den USA, dann wird keine US-Einkommenssteuer dafür angesetzt, weil die Gewinne nie zurück in den US-Sitz übertragen wurden.  Harpaz betont, dass die Steuervorteile im Ausland zunehmend eine Rolle bei Übernahmen spielen.

Harpaz überschlägt die Übernahmekosten grob und schätzt, dass Beats Apple nur rund zwei Milliarden US-Dollar kostet, wenn der Deal in Irland geschlossen wird. Die Schätzung basiert allerdings auf der unbestätigten Annahme, dass die veranschlagten 3,2 Milliarden US-Dollar die Kosten eines Verhandlungsabschlusses in den USA sind. Außerdem nimmt Harpaz an, dass Apple zur Deckung des Deals in den USA Bargeldreserven aus dem Ausland importiert und prompt in den USA als Einkommen versteuern darf. Laut dem letzten Bilanzbericht dürfen Apples Bargeldreserven auf insgesamt 138 Milliarden US-Dollar geschätzt werden; 18 Milliarden davon sind in den USA und somit mehr als genug, um die Übernahmekosten zu decken.

Die Regeln von US-Aufsichtsbehörde erlauben Apple, sich über die Details der Übernahme auszuschweigen. Während mit dem Preis von 3,2 Milliarden US-Dollar Beats die größte Übernahme in Apples Geschichte ist, ist die Geldmenge im Vergleich zu Apples Wert selbst nur genug für die Portokasse. 

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