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Apple kämpft seit 2008 gegen chinesische Fälschungen

31.08.2011 | 08:15 Uhr |

Der Technologieriese aus Cupertino hat erst spät die Gefahr für eigene Produkte durch minderwertige Fälschungen erkannt. Dann sicherte Apple sich jedoch die Hilfe des "Viagra-Jägers".

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Laut einem CNN-Bericht hat Apple bereits 2008 ein Team zur Fälschungsbekämpfung gegründet. Die meisten Mitglieder des Teams waren von Pfitzer abgeworben, dem Pharmakonzern, der sich erfolgreich gegen billige asiatische Fälschungen gewehrt hat. Der Verantwortliche im Apples Team ist laut dem Bericht John Theriault. Davor hat er das Team mit den gleichen Funktionen bei Pfizer geleitet, noch davor war er beim FBI tätig. Don Shruhan, der Stellvertreter von Theriault bei Pfizer, leitet jetzt das Apples Team in Hong Kong.

Seine Aussage an die US-amerikanische Botschaft in Peking kommt in einem elektronischen Memo vor, das von Wikileaks im Februar veröffentlicht wurde. Durch die große Zahl der veröffentlichten Dateien war die Information bis jetzt untergegangen. Laut dem Memo macht sich Shruhan Sorgen um die Menge der Fälschungen in China und um mangelnde Erfahrungen von Apples Anwälten mit chinesischen Behörden.

Erst im letzten Monat wurden mehrere chinesische Apple-Store-Fälschungen entdeckt . Dabei handelte es sich um die nicht autorisierten Verkaufsstellen, die Design und Verkaufsstrategie von Apple eins zu eins übernommen hatten. Bei den verkauften Waren handelte es sich offensichtlich um Grauimporte von Apples Originalware. Berichten zufolge waren viele Mitarbeiter fest davon überzeugt, tatsächlich für Apple zu arbeiten. Mittlerweile haben sich die chinesischen Behörden eingemischt und zumindest zwei der Fake Apple Stores geschlossen. Laut Reuters wurden nach dem Vorfall in Kunming weitere 22 unautorisierte Verkäufer von Apples Produktion alleine in der Provinz Yunnan entdeckt. Es ist auch nicht bekannt, ob sich bei der angebotenen Ware um Fälschungen oder Originalware handelt.

Apple hat tatsächlich nur vier offizielle Stores in China : drei in Peking und einen in Shanghai. Der Konzern hat angekündigt, noch weitere Stores im Land zu bauen. Bis jetzt ist die Nachfrage in China deutlich größer, als Apples Verkaufskapazitäten in dem Land. Umso erstaunlicher ist es, dass der Hauptlieferant Foxconn die iPhone- und iPad-Teile in China produziert.

Lilach Nachum, Professorin für Außenwirtschaft an der New York University, beschreibt das Risiko von Produktfälschungen als Preis für den Produktionsstandort China. Mittlerweile kann sich kein großer Konzern erlauben, nicht in China zu produzieren. Die Produktionskosten sind immer noch niedrig genug. So ist die Provinz Guangdong, Standort von Foxconn, zu einem der Mittelpunkte für Produktfälschungen geworden. Die Fabrikmitarbeiter der Lieferanten schmuggeln die Originalbauteile heraus, so entstehen Fälschungen. Es ist auch vermutlich Quelle für die meisten iPhone-, iPad-Gerüchte, dessen Spezifikation noch bevor der offiziellen Veröffentlichung publik werden.

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