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Wikinews geht an den Start

06.12.2004 | 15:05 Uhr |

Nachdem sich die Open-Source-Enzyklopädie Wikipedia bereits einen festen Platz in der Internet-Community erobert hat, will man nach einem ähnlichen Prinzip auch einen eigenen News-Dienst betreiben.

Wikinews sei geschrieben "von Leuten wie Ihnen", heißt es auf der Site von Wikinews unter "Getting Started". Deshalb könne sich auch jeder beteiligen. Bereits veröffentlichte News sind wie im Lexikon zumeist frei editierbar. Ziel ist eine freie und unabhängige Berichterstattung von jedermann. Noch zeigt sich die Seite bescheiden mit einem "Beta"-Stempel, auch in der Aufmachung wirkt sie sehr zurückhaltend. Außer den allgemeinen News gibt es ausführlichere und recherchierte Artikel "in Progress" - bislang 131 auf der englischsprachigen Site. Die Tatsache, dass eine direkte Verantwortlichkeit mangels echter Redaktions-Struktur nicht übernommen wird, veranlasste Spiegel-Redakteur Frank Patalong zu einer ausführlichen Analyse des Wiki-Phänomens . Letztlich könne auch Wikinews sich bei der Nachrichten-Findung nur auf die Tausenden von professionellen und freien Berichterstattern aus aller Welt verlassen. Er sagt der News-Site darüber hinaus große Schwierigkeiten voraus, wenn etwa Rechtsanwälte von Prominenten wie auch sonst im Zeitungsgeschäft sich an die Arbeit machen - und Verantwortliche suchen, wenn sie etwa der Meinung sind, ihre Mandanten seien durch eine News falsch dargestellt oder gar diffamiert worden. Trotz aller Anerkennung für die "Wiki-Gemeinde" glaubt der hauptberufliche Spiegel-Journalist Patalong, dass den unabhängigen Machern der Site "der Hintern schon mal auf Grundeis" gehen könne.

Info: Wikinews

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