Von Ole Meiners - 27.09.2006, 07:52

Wikipedia an der Schule

..."das hab ich mir gegoogelt", lautet mittlerweile eine häufige Antwort bei Schülern, die im Unterricht nach der Herkunft ihrer Erkenntnisse gefragt werden. Nicht, dass Google und Wikipedia schlechte Erfindungen wären - aber der kritiklose, blinde Umgang mit diesen Online-Medien führt zuweilen in eine Erkenntnis-Sackgasse.
Wikimedia Deutschland, ein Zusammenschluss von Wikipedia-Autoren, hat in Hildesheim erstmals ein Projekt mit einer Schule durchgeführt und den häufig zu unkritischen Umgang mit Online-Quellen thematisiert.
Das Hildesheimer Gymnasium Adreanum veranstalte gemeinsam mit Wikimedia Deutschland am vergangenen Freitag einen Aktionstag mit Workshops für Schüler, Lehrer und Eltern. Dass Wikipedia eine "freie" Enzeklopädie ist, bedeutet auch, dass grundsätzlich jeder einen Artikel zu einem Thema verfassen kann oder zu bestehenden Texten Änderungen und Ergänzungen einpflegen kann. Diese Stärke des Online-Lexikons ist gleichzeitig auch seine Schwäche. Während gedruckte Lexika zwar nie so aktuell sein können wie ein Online-Medium, sorgt eine Redaktion von Wissenschaftlern und Redakteuren für verlässlichen Inhalt. Diese Lexika sind aber auch teurer als die Wikipedia und stehen längst nicht mehr so häufig in den Haushalten wie in der Zeit vor dem Internet: Nur 21 Prozent der Schüler der 12. Jahrgangsstufe, so eine Wikimedia-Umfrage, nennen Brockhaus und Co als erste Wahl unter den Informationsquellen für die Schularbeit, 63 Prozent vertrauen Google und Wikipedia. Der Aktionstag habe gezeigt, so Wikimedia-Vorstand Frank Schulenburg, dass bei Lehrern und Schülern noch viel Aufklärungsarbeit zu Funktion und Umgang mit Wikipedia zu leisten sei. Aus den Erfahrungen des Pilotprojekts in Hildesheim will Wikimedia jetzt einen Leitfaden für den reflektierten Umgang mit Wikipedia im schulischen Umfeld erarbeiten.
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