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Wikipedia in der Krise

08.12.2005 | 15:06 Uhr |

Die weiße Weste der scheinbar allwissenden Internet-Enzyklopädie Wikipedia bekommt dunkle Flecken: Erst kürzlich wurde Kritik laut, dass zahlreiche Artikel absolut irreführende und zum Teil falsche Informationen enthalten.

Laut Berichten der Frankfurter Allgemeinen sowie der Süddeutschen Zeitung befindet sich die allseits beliebte und stark frequentierte Online-Enzyklopädie Wikipedia in der Krise. Das Portal galt bislang als Vorzeigeprojekt im Sinne des „Social-Software“-Gedanken, bei dem Nutzer- und Entwicklergruppe von Anwendungen miteinander verschmelzen. Jeder soll von einem Programm profitieren können und gleichzeitig an dessen Weiterentwicklung beteiligt sein. So kommt es, dass Wikipedia bald die Millionengrenze an Beiträgen überschreiten wird. Dass bei dieser Fülle an Informationen auch viel Mist als der Weisheit letzter Schluss verkauft wird, sollte eigentlich nicht verwundern. Kontrollieren lässt sich dieser Masse an (Halb-)Wissen natürlich nur schwer. Letzten Endes war es also eine Frage der Zeit, bis die ersten Klagen über mangelhafte Berichte laut werden.

Jimmy Wales, Begründer der Enzyklopädie will nun gegensteuern: Verpflichtende Anmeldungen und eine Begrenzung von 1500 neuen Artikeln pro Tag sollen Wikipedia kontrollierbarer machen. Dennoch, die Illusion des „selbst heilenden Wissens-Organismus“ scheint geplatzt.

Info: Frankfurter Allgemeine Zeitung , Süddeutsche Zeitung

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