887382

Wilde Spekulationen um G5-Prozessor

19.09.2001 | 00:00 Uhr |

Die Anzeichen verdichten sich, dass Motorola mit dem Nachfolger des Power PC 7450 weit ist. Ein Power Mac G5 ist indes nicht so bald zu erwarten.

iMac mit TFT, Apple-Palm oder Powerbook mit Superdrive - Gerüchte um spektakuläre Neuheiten bei Apple machen immer wieder die Runde. Wie das fertige Produkt letzlich aussieht, steht auf einem anderen Blatt. Fast schon als abgehakt betrachten die Auguren das Thema "iMac 2", dessen MArkteinführung soll nur noch eine Frage der Zeit sein. Jetzt rückt Apples Profi-Linie in den Mittelpunkt der Spekulationen. Dass die erfolgreiche G4-Reihe bald einen Nachfolger bekommen wird, steht außer Frage. Spekulationen über technische Details, die derzeit die Runde im Web machen, dürften aber mehr dem Wunschdenken der Urheber entsprechen als sich auf echte Insider-Informationen beziehen.

So vermeldete das britische Web-Magazin The Register unter Bezugnahme auf anonyme Informationen, dass Motorola die Entwicklung des G5-Prozessors abgeschlossen habe. Neben Varianten für den Embedded-Markt sollen der Quelle zufolge ab Januar 2002 Rechner mit 1,2 Ghz-, 1,4 GHz- und 1,6 GHz-Prozessoren auf den Mark kommen. Auf Taktraten von bis zu 2 GHz soll der Nachfolger des Power PC 7450 ausgelegt sein, die Pipeline des Prozessors dabei zehn statt der üblichen sieben Stationen aufweisen. Dank Silicon-on-Insulator (SOI)-Technologie soll der kommende Power PC 8500 bei 1,4 GHz lediglich eine Wärmeleistung von 26 W abstrahlen, während ein derzeit produzierter 533er-G4+ 14 W erreicht. Weitere Spezifikationen seien 64-Bit-Architektur, 400 MHz-Bus, DDR-RAM-Speicher und die doppelte Transistorenzahl des Vorläufers 7450. Auch von einer ab Januar erhältlichen 64-Bit-Version Mac-OS X 10.2 will die anonymen Quelle wissen.
Die gleichen Informationen erhielt die Gerüchte-Seite Mac OS-Rumours, die die Informationen als eher unglaubwürdig einschätzte.

Selbst wenn Motorola mit der Entwicklung eines Prozessors fertig ist, den Apple in G5 genannte Power Macs verbauen will, dürfte bis zur Serienreife noch einige Zeit vergehen. So dauerte es nach der Vorstellung des Altivec-Prozessors auf der WWDC 1998 mehr als ein Jahr bis zum ersten G4-Rechner. Die vollkommen neue Produktlinie, die mit ihrer 64-Bit-Architektur gar in neue Dimensionen vorstoßen würde, käme sicherlich nicht ohne die vorherige öffentliche Präsentation eines Prototypen aus, wie es vor drei Jahren auch der Fall war. Im ersten halben Jahr der Massenproduktion eines neuen Chips fallen in der Regel bis zu 90 Prozent Ausschuss an, mit einem Power Mac G5 darf man nicht vor Sommer nächsten Jahres rechnen. Anders verhält sich die Sachlage mit Mac-OS X 10.2. Der Puma, so der Deckname von Mac-OS X 10.1 lernt allmählich das Laufen, Apples bisherige Updatefrequenz lässt den nächsten Versionssprung im Januar als durchaus realistisch erscheinen. Die Portierung von Mac-OS X auf 64 Bit scheint Experten als zweitrangiges Problem, das der Kompiliervorgang lösen wird. sw/pm

Info: The Register http://www.theregister.co.uk/

0 Kommentare zu diesem Artikel
887382