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Microsoft baut Plattform für Cloud Computing aus

09.11.2010 | 07:38 Uhr |

Microsoft hat das Cloud Computing spät für sich entdeckt, setzt jetzt aber voll und ganz auf Software "aus der Wolke". Bei einer Konferenz für Entwickler präsentierte der Hersteller seine neuen Ideen. So sollen Unternehmen leichter eigene Cloud-Dienste einrichten können.

Cloud - Wolke bei Sonnenuntergang
Vergrößern Cloud - Wolke bei Sonnenuntergang

Microsoft hat einen Ausbau seiner Software-Plattform für das Cloud Computing angekündigt. Unternehmen sollen künftig schneller eine eigene Infrastruktur für das "Rechnen in der Wolke" aufbauen können. Damit werde die gesamte Informationstechnik zu einer Dienstleistung, sagte der Microsoft-Manager Brad Anderson am Montag zum Auftakt einer Entwicklerkonferenz in Berlin.

Das Unternehmen stellte dafür einen neuen Baustein seiner Azure- Plattform vor, mit der Entwickler IT-Dienste im Netz einrichten können: Die Hyper-V Cloud ist ein Paket von mehreren Einzelprogrammen für den Windows-Server. Es soll Unternehmen dabei helfen, in kurzer Zeit eine eigene Cloud-Infrastruktur aufzubauen. Als Hardware-Partner für die Hyper-V Cloud nannte Microsoft Dell, Fujitsu, Hitachi, Hewlett-Packard, IBM und NEC.

Das Cloud Computing bedeutet eine Umwälzung der bisherigen Informationstechnik im Unternehmen. Anstatt mit hohem Aufwand eigene Hardware und Software zu unterhalten, können Firmen die benötigte Prozessorleistung oder Speicherkapazität über das Internet mieten - etwa Datenbanken oder Software. Die Vorteile liegen vor allem in niedrigeren Kosten und einer flexibleren Anpassung an den Bedarf. Als Nachteile führen Kritiker Sicherheitsrisiken und Verzögerungen bei Leitungsengpässen im Netz an.

Mit der strategischen Ausrichtung auf das Cloud Computing reagiert Microsoft auch auf die zunehmende Internet-Nutzung mit mobilen Geräten - bei diesen Smartphones aber gibt nicht Windows, sondern die Konkurrenz den Ton an. Die Cloud-Plattform Windows Azure bediene alle mobilen Geräte, auch solche mit dem Google-Betriebssystem Android oder das iPhone, sagte Microsoft-Manager Jamin Spitzer im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Ähnlich wie bei den mobilen Apps für Mobiltelefone erwartet Spitzer auch auf dem PC einen verstärkten Trend zu Anwendungen, die auf Datendienste im Netz zugreifen.

Dabei will sich Windows weiter als dominierende Plattform behaupten. Für das erste Quartal 2011 ist ein "Service Pack 1", also ein umfassendes Zwischenupdate, zum aktuellen Betriebssystem Windows 7 angekündigt. Zur Zeit danach hüllt sich Microsoft in Schweigen. Das Windows-Entwicklerteam, so ist zu hören, arbeitet aber bereits am Code für den Nachfolger von Windows 7.

Zu der Entwicklerkonferenz TechEd (8. bis 12. November) haben sich rund 7500 Teilnehmer aus 74 Ländern angemeldet. Schwerpunkte sind neben dem Cloud Computing die Entwicklung von Anwendungen für Windows und das neue Handy-Betriebssystem Windows Phone 7 , Büro-Software und die Zusammenarbeit im Firmennetzwerk, Web-Technologien sowie die Virtualisierung von Computern. Ein Diskussionsforum widmet sich der Rolle von Frauen in der Informationstechnik. In einer die Konferenz begleitenden Messe präsentieren mehr als 100 Aussteller ihre Angebote und Lösungen rund um die Microsoft-Plattform.

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