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Windows auf dem Mac: Fusion virtualisiert am schnellsten

20.08.2007 | 10:00 Uhr |

Seit der Veröffentlichung von Fusion 1.0 gibt es vier Möglichkeiten, Windows-Software auf einem Intel-Mac zum Laufen zu bekommen.

Neben Apples Boot Camp, das Windows nativ ausführt, gibt es die Virtualisierungslösungen Parallels Desktop, Fusion und CrossOver Mac. Während letzteres Programme über die API Wine auch ohne eine Windows-Installation ausführt, greifen Parallels und Fusion auf das komplette Betriebssystem auf einem Disk-Image oder dem Boot-Camp-Volume zurück. Stellt sich die Frage, welche Lösung am besten funktioniert.

Die Macher des Gadget-Blogs Crave haben Boot Camp und die aktuellen Versionen der Virtualisierungs-Programme auf einem 2,66-GHz-Mac Pro mit acht Prozessorkernen und Windows Vista Ultimate als Test-Betriebssystem installiert. Sowohl Fusion als auch Parallels durften auf 1024 Megabyte RAM und 32 Gigabyte Festplattenspeicher zugreifen. Außerdem erhielten beide Programme die maximal unterstütze Menge an Video-RAM - im Falle von Fusion ist dies 128 Megabyte, Parallels kann auf 64 Megabyte zugreifen. Das erste Ergebnis überrascht nicht: Am schnellsten läuft Windows mit Boot Camp. Alles andere wäre eine Überraschung gewesen, da der Rechner in dieser Variante nur ein Betriebssystem ausführen muss, Fusion, Parallels und CrossOver hingegen zwei Umgebungen gleichzeitig starten. Weniger vorhersehbar war ein weiteres klares Ergebnis: Fusion ist deutlich schneller als Parallels. Am meisten macht sich der Vorteil für VMwares Software bemerkbar, wenn Windows mehrere Aufgaben parallel erledigen soll. Das Phänomen lässt sich einfach erklären: Während Paralells immer nur auf einen Prozessorkern zugreifen kann, unterstützt Fusion von Haus aus mehrere Prozessoren. Parallels brauchte 3260 Sekunden auf dem Mac Pro, um einen QuickTime-Film zu kodieren und gleichzeitig iTunes Musikdateien konvertieren zu lassen. Fusion schaffte die gleiche Aufgabe in 874 Sekunden. Unter Boot Camp ließ sich das Projekt in 529 Sekunden abarbeiten. Am schnellsten erledigte derweil Mac OS X 10.4.10 die Aufgabe: iTunes und QuickTime sind unter Tiger doppelt so schnell (248 Sekunden) wie unter Vista. Ein ähnliches Bild liefert Adobe Photoshop CS3, wenn es mehrere Bilder auf einmal bearbeiten soll. Auch hier ist Fusion schneller als Parallels, Boot Camp schneller als Fusion und Mac OS X schneller als Windows Vista. Die Ergebnisse lassen sich mit einem Cinebench-R10-Test bestätigen - hier zeigt sich jedoch, dass Fusions Vorteile vor allem in der Multiprozessor-Unterstützung liegt: Parallels erhält auf einen Prozessor begrenzt 2425 Punkte, CrossOver 2567 (iTunes, QuickTime und Photoshop funktionieren unter CrossOver (noch) nicht), Fusion 2442 und Windows unter Boot Camp 2672 Punkte. Sobald Windows auf mehrere Prozessoren zugreifen kann, erhöht sich die Punktzahl auf 7184 (Fusion) beziehungsweise 15.692 Punkte (Boot Camp). Einen Vorteil bietet Parallels aber doch: Der Versuch, das 3D-Spiel Quake 4 unter Fusion auszuführen, scheiterte im Gegensatz zu seinem Konkurrenten. Auch hier kann Parallels aber bei weitem nicht mit Boot Camp mithalten: Mit 97,2 Frames pro Sekunde schafft Windows nativ dreimal so viele Bilder wie in der Virtualisierungssoftware. Mac OS X 10.4.10 bringt es auf 95,6 Frames.

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