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Windows auf dem Mac (II): Parallels Desktop installieren

02.10.2007 | 12:35 Uhr |

Anders als Boot Camp ist Parallels Desktop for Mac eine Virtualisierungs­software. Mit dieser kann der Benutzer Windows in einem ­eigenen Mac-OS-X-Fenster ausführen. Wir zeigen die Installation und geben Tipps.

Windows im Mac-Fenster: Parallels Desktop 3 stellt die laufende(n) Windows-Version(en) in einem eigenen Mac-Fenster dar und mountet das Windows-Volume mit dem Laufwerksbuchstaben „[C]“ im Mac-Finder.
Vergrößern Windows im Mac-Fenster: Parallels Desktop 3 stellt die laufende(n) Windows-Version(en) in einem eigenen Mac-Fenster dar und mountet das Windows-Volume mit dem Laufwerksbuchstaben „[C]“ im Mac-Finder.

Während sich der Nutzer von Boot Camp schon beim Start des Mac entscheiden muss, ob er Windows oder Mac-OS X booten möchte, kann der Nutzer von Parallels Desktop beide Systeme gleichzeitig betreiben. Nach der Installation des Programms und der Windows-Version läuft Windows in einem eigenen Fenster unter Mac-OS X – man spricht von Virtualisierung. Solche Programme gibt es schon lange, das bekannteste aus der Vergangenheit dürfte Virtual PC sein, entwickelt von Connectix, übernommen von Microsoft und vor etwa einem Jahr eingestellt.

Grundsätzlich ist die Arbeit mit einer Virtualisierungslösung langsamer als mit Boot Camp. Virtualisierungsprogramme emulieren einen Windows-PC, das heißt, Befehle werden übersetzt und durch­ge­reicht. Mit Parallels Desktop 3.0 steht aber nun eine Version zur Verfügung, die in puncto Performance bei der Nutzung der meisten Applikationen kaum noch Wünsche offenlässt.

Mit der seit Version 3 eingeführten 3D-Grafikunterstützung über OpenGL und DirectX laufen laut Hersteller sogar Spiele in ansprechender Geschwindigkeit. Daneben kommt Parallels Desktop jetzt auch mit der grafischen Aero-Oberfläche von Vista klar.

Enorme Funktionalität

Während der Boot-Camp-Nutzer nur die pure Windows-Funktionalität bekommt, sind in der Parallels-Software diverse Funktionen eingebaut, die – ganz Mac-like – die Arbeit mit dem Windows-System enorm vereinfachen.

Im Gegensatz zu Boot Camp, das nur die Nutzung von Windows XP Home und Professional mit Servicepack 2 sowie der Vista-Versionen erlaubt, bietet Parallels Desktop Unterstützung auf breiter Front. Es versteht sich auf alle wichtigen Windows-Varianten ab Version 3.11, dazu auch auf NT, ME, Windows 2000/2003 und die aktuellen Versionen. Darüber hinaus kann der Benutzer virtuelle PCs mit Linux- oder Unix-Versionen anlegen.

Ein weiterer wichti­ger Unterschied betrifft das Thema Backup: Während man in Parallels Desktop alle Windows-Daten ganz normal per Finderkopie speichern kann, ist es unter Mac-OS X 10.4 nicht möglich, die Daten einer Boot-Camp-Partition so zu sichern, dass sie sich im Schadensfall wiederherstellen lassen – zumindest nicht mit den bekannten Tools. Einzig der Programmierer Mike Bombich bietet mit Netrestore eine Lösung für das Komplett-Backup von Mac-OS X samt Boot-Camp-Partition unter NTFS an. Diese Software kommt aber nur für wenige technikbegeisterte Spezialisten infrage. Anders bei Parallels Desktop: Hier liegen die Daten im Ordner „Library/Parallels“ des lokalen Homeverzeichnisses und lassen sich einfach per Finderkopie sichern. Obendrein gibt es in Parallels Desktop noch die klasse Funktion „Snapshot“, mit deren Hilfe der Installationsstatus samt Dateien festgehalten wird; im Schadensfall wird einfach die letzte funktionierende Version zurückgespielt.

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