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'Wir sind doch nicht blöd!'

28.01.2002 | 00:00 Uhr |

Apple plant vorerst nicht, die erfolgreiche eigene Ladenkette auf Europa auszudehnen. Macwelt hat sich einmal die Mac-Kaufberatung im PC-Fachhandel angesehen.

München/Macwelt - "Das iBook sieht einfach geil aus, hätte ich das Geld, würde ich es mir kaufen". Viele Apple-Fans glauben, Verkäufer in PC-Märkten würden Apple-Rechner zwar anbieten, aus reiner Bosheit aber jedem Kunden von Macs abraten und einen Windows-Rechner empfehlen. Obiges Zitat eines begeisterten jungen Verkäufers in Karstadts Computerabteilung passt aber gar nicht in dieses Klischee. Fragt der Kunde nach den Qualitäten eines iBook, das hier 2300 Euro kostet, wollen natürlich nur wenig Verkäufer auf diesen Umsatz verzichten. Der Berater in der Filiale in der Kaufingerstraße macht aber einen überzeugten Eindruck. Früher habe er Apple-Rechner gehasst, aber eine Schulung durch einen Vertreter von Apple habe ihn schließlich doch überzeugt. Auch der Verkaufsstand macht optisch was her. Auf einem Cinema-Display ist das neue Mac-OS X inklusive Office v. X zu sehen, in der Softwareabteilung des Kaufhauses warten Programme von Mac-Stammbaum bis Corel Draw auf Käufer.
Seit Ende 1999 bietet Apple seine Rechner in Karstadt, Schaulandt und den Elektronikmärkten Mediamarkt und Saturn an. In den USA hat Apple dagegen seine eigene Ladenkette, in denen nur Apples iBook und Powerbook untereinander konkurrieren, für Europa ist dies bisher aber nicht geplant. So landen wohl die meisten potentiellen Neukunden in einem der eifrig werbenden Elektronik-Großmärkte, die als Hochburgen der "PC-Schrauber" gelten.

In einem dieser Märkte, im Saturn-Markt am Stachus, meint auch der schmale junge Verkäufer überzeugt: "Ich würde Ihnen eher zu einem Windows-Rechner raten." und blickt ablehnend auf das ausgestellte iBook von Apple. Da der Käufer nur Erfahrung mit dem Betriebssystem Windows zu haben behauptet, wäre auch ein Umstieg auf das andere System zu aufwendig. Zusätzlich kämen noch Probleme mit inkompatibler Software dazu. Nein, von Problemen mit unzufriedenen iBook-Käufern wüssten sie nichts, allerdings würden sie auch nicht viele Geräte verkaufen. Das Geschäft ist kurz nach zehn menschenleer, als Alternative zu dem kleinen weißen Gerät warten zehn Notebooks mit Windows-Betriebssystem auf Käufer. Auffällig und modern präsentiert sich hier der Verkaufsbereich von Sony, zur Zeit wohl Apples Hauptkonkurrent: Ein Gesamtangebot aus schicken Laptops, Tischrechnern, Fernsehern und Hifi-Geräten wirbt um Aufmerksamkeit.
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