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Wir sind doch nicht blöd!

18.11.2003 | 20:44 Uhr |

USB-WLAN-Sticks sind erschwinglich, in vielen Fällen eigentlich ganz hübsch und funktionieren leider fast nie am Mac. Zumindest nicht auf Anhieb. Macwelt verrät, wie Sie sich trotzdem einen Treiber für zahlreiche Wireless-Sticks selbst basteln können.

Folgende Anleitung gibt es auch im Internet in einer englischen Version, wir haben die notwendigen Schritte etwas vereinfacht und Schritt für Schritt mit einem G4-Sawtooth-Mac (1,4 GHz Prozessorkarte von Giga Designs und 768 MB RAM) und dem USB-WLAN-Stick MA111 durchgeführt. Damit dieser Trick funktioniert, müssen Sie zunächst einen WLAN-Stick besitzen, der mit einem Prism-Chipsatz von Globespan Virata (früher Intersil) ausgestattet ist. Diese Information stellen die Hersteller von WLAN-USB-Sticks für gewöhnlich im Rahmen von technischen Daten der Produkte zur Verfügung, ein Blick in diese Unterlagen ist für die Anwendungen des Treiberpatches also unumgänglich.

Zunächst müssen Sie den Original-Treiber von Belkins USB-WLAN-Stick F5D6050 herunterladen - das ist die Software, die per Terminal in wenigen Minuten von Ihnen manuell zu patchen ist. Belkins WLAN-Stick ist ebenfalls mit einem Prism-Chipsatz ausgerüstet, genau wie das Modell MA111 von Netgear. Somit ist die Softwarebasis schon einmal kompatibel, jetzt geht es darum, dass der Treiber die Netgear-Hardware erkennt. Beachten Sie, dass es für die einzelnen Versionen von Mac-OS X jeweils unterschiedliche Treiberpakete gibt, an der Vorgehensweise des Patchens ändert das aber nichts.

1. Aktivieren Sie den Apple System Profiler, zu finden im Ordner "Dienstprogramme" auf Ihrer Systemfestplatte. Suchen Sie in der Abteilung "USB" nach dem USB-Stick - je nachdem, an welchem USB-Port der Adapter steckt, taucht das Gerät an anderer Stelle in der USB-Hierarchie auf. Meist müssen Sie einen USB-WLAN-Stick an den Schnittstellen des Computers betreiben, da passive USB-Hubs wie beispielsweise die der Apple-Tastaturen nicht genügend Strom für diese Geräte liefern.

2. Notieren Sie sich vom entsprechenden Eintrag des USB-Sticks die Angaben zu "Product ID" und "Vendor ID". Anhand dieser beiden Informationen identifiziert der Belkin-Treiber die eingesteckte Hardware.

3. Entpacken Sie den Belkin-Treiber in ein Verzeichnis auf dem Schreibtisch. Im entpackten Zustand gibt es einen Ordner "Packages", der auch ein Archiv "F5D6050Driver.pkg" enthält - in diesem Archiv steckt die Datei, die gepatcht werden muss.

4. Öffnen Sie das Terminal und wechseln Sie per "CD"-Befehl (Change Directory) in das Paketverzeichnis. Tippen Sie im Terminal einfach die Buchstaben "cd" plus einmal die Leertaste und ziehen Sie die Datei "F5D6050Driver.pkg" einfach per Drag-and-Drop direkt an die Stelle des Cursors im Terminal (dabei erscheint das grüne Pluszeichen am Mauspfeil). Mit dieser Aktion landet der richtige Pfad automatisch im Terminal und Sie müssen nur noch mit der Enter-Taste bestätigen.

5. Nun wandern wir noch eine Ebene tiefer in das Treiberarchiv, mit Hilfe des Befehls "cd Content".

6. Wir sind am Ziel. Sehen Sie sich den Inhalt des Ordner mit dem Befehl "ls -la" genauer an. Damit die Änderungen im Treiber durchführbar sind, muss das Archiv "Archiv.pax.gz" noch mit dem Terminaltool "gzip" bearbeitet werden. Tippen Sie dazu den Befehl "gunzip Archive.pax.gz". Überprüfen Sie das Ergebnis dieser Aktion wieder "ls -la". Danach müsste die Datei nur noch "Archive.pax" heissen.

7. Jetzt kommen die Daten ins Spiel, die Sie in Schritt 2 notiert haben. Rufen Sie das entpackte Treiberarchiv im Unix-Texteditor "Pico" auf ("pico Archive.pax"). Die Datei selbst ist sehr groß, doch schon recht nah am Anfang finden Sie die Zeilen "idProduct" und "idVendor", eingefasst in einen XML-Block. Setzen Sie an diese Stellen die Dezimalwerte Ihres USB-Sticks ein, im Falle des Netgear MA111 wäre das "16656" für die Produktnummer und "2118" für die Herstellernummer.

8. Drücken Sie die Tastenkombination "CTRL + X", um die geänderten Informationen in den Treiber zu speichern. Bestätigen Sie anschließend die Frage nach dem Dateinamen mit einem Druck auf die Enter-Taste.

9. Anschließend landen Sie wieder im Terminal. Packen Sie den Treiber nun wieder in ein GZIP-Archiv, damit später die Installation der Software einwandfrei funktioniert. Passender Befehl dazu "gzip Archive.pax". Auch hier bringt ein "ls -la" danach wieder die neue Form der Datei ans Licht, in diesem Fall wie schon zuvor "Archive.pax.gz".

10. Somit ist der Patch durchgeführt. Starten Sie nun das Installationsprogramm des Treibers, damit die entsprechenden Bestandteile an die richtigen Stellen des Systems wandern. In einigen Fällen kann es sein, dass der Treiber erst nach zwei oder dreimaligem Neustart den USB-WLAN-Stick erkennt. Danach lässt sich sogar das Belkin-Administrationstool benutzen, um die Hardware zu konfigurieren.

Download: Belkin F5D6050 Original-Treiber

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