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'Wir tragen heute unseren guten Freund Mac-OS 9 zu Grabe'

07.05.2002 | 10:49 Uhr |

Altbekanntes gewürzt mit etwas Neuem: Steve Jobs zeigt erste Details der nächsten Version von Mac-OS X und verabschiedet sich vom klassischen Betriebssystem.

Die Eröffnung von Apples Entwicklerkonferenz war makaber, aber unmissverständlich. Zuerst wabert Kunstnebel über die Bühne, Bachs dramatische b-moll Toccata erklingt und ein Sarg taucht aus dem Nebel auf. In der Rolle des Totengräbers erklärt Steve Jobs: "Heute nehmen wir Abschied von unserem treuen Freund Mac-OS 9." Auch die direkt folgenden Sätze lassen aufhorchen: "Wir bei Apple denken nur noch an Mac-OS X, alle derzeit laufenden Projekte konzentrieren sich auf dieses Betriebssystem. Programme wie iPhoto sind mit Mac-OS 9 nicht zu machen." Und Steve Jobs will, dass es die Entwickler von Mac-Software und -Hardware genauso machen.
Einige Rückfragen machen aber klar, wie Privatkunden und vor allem die Besitzer älterer Macs diese Botschaft zu verstehen haben. Apple werde tatsächlich künftig bei neuer Software keine Rücksicht mehr auf ältere Betriebssystemversionen nehmen. Wenn sich allerdings ohne großen Aufwand eine Software für Mac-OS 9 herstellen lasse, dann werde Apple auch weiterhin eine solche Fassung anbieten. Selbstverständlich werde Apple aber weiterhin Service-Anfragen beantworten und Mac-OS X weiterhin mit einer Kopie von Mac-OS 9 ausliefern.
Laut Steve Jobs geht Apple davon aus, dass Anfang 2002 etwa eine Million Menschen Mac-OS X aktiv genutzt haben, bis Ende des Jahres sollen daraus fünf Millionen werden. Damit dieses Ziel erreicht wird, müssen attraktive Programme auf den Markt. Und zwar Programme, die ausschließlich für Mac-OS X zu haben sind wie Microsoft Office X. Dahinter steckt mehr schlecht als recht verdeckt die Botschaft, dass Apple allmählich die Früchte seiner Investitionen in Mac-OS X sehen will, sprich, dass die Zahl der verkauften Kopien deutlich steigt.

Jaguar - die kommende Version von Mac-OS X


Doch nach dieser heiklen Einleitung zeigte sich Steve Jobs von seiner gewohnten Seite. Die nächste Version von Mac-OS X, die Apple intern unter dem Kennwort "Jaguar" führt, wird schöner, schneller, besser und kommt voraussichtlich im Spätsommer dieses Jahres in den Handel.
Allerdings fehlen momentan noch einige Details zu Jaguar, die sich weder in der Pressemitteilung noch in den Informationen im Internet finden lassen. Die Versionsnummer ist nicht klar, die häufig zu lesende Bezeichnung "Mac-OS X 10.2" bezeichnete Apple als "Spekulation". Diese Zurückhaltung ist verständlich, da Apple bisher außerdem jeden Kommentar dazu verweigert hat, ob das Update auf "Jaguar" kostenpflichtig ist oder nicht.

Finder-Verbesserungen in Jaguar


Der Finder von Mac-OS X erhält künftig eine Funktion, die Apple erstmals mit Mac-OS 9 auf den Markt brachte. Ordner öffnen sich automatisch, wenn man Objekte mit der Maus auf den Ordnernamen oder das Ordnersymbol zieht. Doch Apple stellt nicht mit "Jaguar" nicht nur einige schmerzliche Mängel von Mac-OS X ab. Denn zugleich findet man oben in der Symbolleiste von Finder-Fenstern künftig eine Eingabezeile, in die man ein Suchwort eintippt, dass der Finder dann in den Dateien des gerade geöffneten Ordners oder auf der gesamten Festplatte sucht. Darüber hinaus erzeugt der Finder von "Jaguar" von wesentlich mehr Dateiarten als bisher eine Vorschau, die im Dateisymbol im Finder sichtbar ist. Und das bisher weitgehend nutzlose Menü "Programmname > Dienste" wird zumindest im Finder nutzbar: Wählt man beispielsweise den Namen einer Datei, kann man über das Dienste-Menü diese Datei eine neue E-Mail erstellen und die Datei an diese Nachricht anfügen.
Die Suchhilfe Sherlock erhält in "Jaguar" die Versionsnummer 3 und wartet mit stark verbesserten Internet-Funktionen auf. Die von Mac-OS 9 gewohnten Internet-Services enthalten zusätzliche "Web Services". Wer beispielsweise seinen aktuellen Standort im Finder angibt, erhält in der US-Version von Sherlock in der Nähe liegende Restaurants - auf Wunsch sogar mit einer Anfahrtsbeschreibung und einer Übersichtskarte. Da die dazugehörigen Datenbanken momentan weitgehend auf amerikanische Städte beschränkt sind, ist dieser Dienst hierzulande von geringem Nutzem.

Dienste" wird zumindest im Finder nutzbar: Wählt man beispielsweise den Namen einer Datei, kann man über das Dienste-Menü diese Datei eine neue E-Mail erstellen und die Datei an diese Nachricht anfügen.
Die Suchhilfe Sherlock erhält in "Jaguar" die Versionsnummer 3 und wartet mit stark verbesserten Internet-Funktionen auf. Die von Mac-OS 9 gewohnten Internet-Services enthalten zusätzliche "Web Services". Wer beispielsweise seinen aktuellen Standort im Finder angibt, erhält in der US-Version von Sherlock in der Nähe liegende Restaurants - auf Wunsch sogar mit einer Anfahrtsbeschreibung und einer Übersichtskarte. Da die dazugehörigen Datenbanken momentan weitgehend auf amerikanische Städte beschränkt sind, ist dieser Dienst hierzulande von geringem Nutzem.

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