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Wird das Neo1973 das bessere iPhone?

09.07.2007 | 17:33 Uhr |

Ab sofort kann man über die Openmoko-Webseite ein neues Business-Smartphone bestellen. Das Neo1973 sieht dem iPhone zwar ähnlich, basiert aber auf Open Source. Im Gegensatz zum introvertierten Apple-Handy kann jedermann Anwendungen für das Neo1973 schreiben, wie es ihm oder ihr gefällt. Und die Anwendungen sollen dank Linux auch untereinander austauschbar sein.

Das Neo1973 vom taiwanesischen Hersteller First International Computer ( FIC ) ist das erste Gerät des Openmoko-Projekts. Es ist in zwei Ausführungen erhältlich. Im Neo Basis für 300 US-Dollar stecken ein Samsung ARM-Prozessor mit 266 MHz, 128 MB SDRAM sowie 64MB NAND-Flash. Das Neo 1973 lässt sich wie das iPhone über ein berührungsempfindliches Display bedienen, das jedoch mit 2,8-Zoll Bildschirmdiagonale und einer Auflösung von 640 x 480 Megapixeln deutlich kleiner ist das des iPhone (3,5-Zoll). Auch sonst glänzt das Neo1973 noch nicht mit üppiger Ausstattung - so verf;gt das Handy zwar über Bluetooth, einen GPS-Chip sowie GPRS, jedoch nur über eine langsame USB 1.1-Schnittstelle. EDGE, UMTS oder HSDPA fehlen genauso wie etwa eine Kamera. Das Neo 1973 Advanced für 450 US-Dollar kommt mit der gleichen Ausstattung aus. Jedoch erhält man hier unter anderem Kabel und Werkzeug für die Entwicklung dazu. Neo1973 Basis und Advanced sind erster Linie für Programmierer gedacht, die eigene Applikationen für das Gerät entwickeln. Laut der Openmoko-Webseite soll der Verkauf für den Massenmarkt erst im Oktober anlaufen, dabei soll die Ausstattung des Handys um beispielsweise WLAN nach 802.11b/g erweitert werden. Auch ein 256 MB Flash-Speicher, sowie ein schnellerer Prozessor und 3D-Beschleunigung gehören dann zur Ausstattung. Für die Extras erhöht sich jedoch auch der Preis. Die Basis-Version beläuft sich dann auf 450 US-Dollar und die Advanced-Version auf 650-US-Dollar. Wichtiger als Details der Ausstattung ist jedoch, dass das Neo1973 dank Linux allen Carriern und Handy-Herstellern offen steht. Anders als bei den Handys mit geschlossenen Systemen wie Symbian, Palm und Windows Mobile sollen die Linux-Anwendungen untereinander austauschbar sein. Diesen Anspruch zeigt schon der ungewöhnliche Name OpenMoko Neo1973.

Open steht für offen, MoKo für mobile Kommunikation und 1973 hatte der spätere Motorola-Chef Marty Cooper das erste Gespräch über einem mobiles Telefon geführt. Der FIC-Produktmanager der Mobilfunksparte Sean Moss-Pultz sieht in dem OpenMoko 1973 die "Revolution der Handy-Sparte", wie er es im November 2006 auf der Konferenz "Open Source in Mobile" in Amsterdam formuliert hat. Ob das Openmoko-Projekt tatsächlich eine neue Ära auf dem Mobilfunksektor einläutet, wird auch davon abhängen, ob weitere Hersteller Handys für diese Plattform entwickeln.

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