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Japan in der Krise: NEC streicht 20.000 Stellen

30.01.2009 | 14:45 Uhr |

Der japanische Elektronikhersteller NEC will 20.000 Stellen kürzen. Auch Hitachi und Fujistu machen Verluste und reagieren mit Entlassungen.

Die Weltwirtschaftskrise und der Höhenflug des Yen treffen auch Japans Elektronikindustrie hart. Konzernriesen wie NEC, Hitachi und Fujitsu mussten ihre Ertragsprognosen für das noch bis zum Ende März laufende Geschäftsjahr zusammenstreichen und kündigten am Freitag zum Teil drastische Stellenstreichungen an. Allein bei NEC fallen angesichts erwarteter Milliardenverluste bis zum März 2010 weltweit mehr als 20.000 Voll- und Teilzeitstellen weg. Wegen des Yen-Höhenflugs und Absatzeinbußen erwartet das Unternehmen nun einen Verlust von netto 290 Milliarden Yen (2,5 Mrd Euro) statt eines im Oktober noch angepeilten Gewinns von 15 Milliarden Yen.

Rekordverluste

Im Vorjahr hatte NEC noch einen Ertrag von 22,7 Milliarden Yen erwirtschaftet. Auch Japans umsatzstärkster Elektrokonzern Hitachi rechnet mit einem Rekordverlust und streicht beziehungsweise verlegt mindestens 7000 Stellen. Bis Ende März dürfte ein Verlust von netto 700 Milliarden Yen anfallen. Im Oktober war noch ein Gewinn von 15 Milliarden Yen (126 Mio Euro) erwartet worden. "Wir haben seit November eine Verschlechterung mit beispielloser Geschwindigkeit gesehen", sagte Hitachi-Präsident Kazuo Furukawa. Als Unternehmen sei es äußerst wichtig, die Beschäftigung zu sichern. "Aber wir können es nicht vermeiden, bestimmte Maßnahmen zu treffen, wenn unsere Geschäfte so drastisch sinken", sagte er. Dies wurde als Hinweis verstanden, dass selbst Festangestellte entlassen werden könnten.

Auch Konkurrent Fujitsu erwischt die Absatzkrise schwer. Wie das Unternehmen am Freitag bekanntgab, dürfte zum Bilanzstichtag 31. März ein Verlust von netto 20 Milliarden Yen anfallen statt eines im Oktober noch erwarteten Gewinns von 60 Milliarden Yen. Der Umsatz dürfte sich nur noch auf 4,7 Billionen und nicht 5,05 Billionen Yen belaufen. Auch Fujitsu leidet unter dem Preisverfall und das verschlechterte Geschäft mit PC, Handys und anderen Elektronikteilen. Dass die gesamte Elektronikbranche unter der Krise leidet, zeigt auch Toshiba. Der Unternehmensriese hatte am Vortag erstmals seit sieben Jahren rote Zahlen für das laufende Jahr in Aussicht gestellt. Und auch Sony rechnet mit dem ersten operativen Verlust seit 14 Jahren, und zwar von 260 Milliarden Yen. Unter dem Strich dürfte ebenfalls ein Verlust von 150 Milliarden Yen anfallen statt des im Dezember veranschlagten Gewinns von 150 Milliarden Yen. (dpa)

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