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Wissenschaftler untersuchen Risken durch Handy-Strahlung

08.12.2004 | 09:38 Uhr |

Trotz zunehmender Verbreitung der Mobiltelefonie scheinen sich nur wenige Nutzer Sorgen über die möglicherweise gesundheitsschädliche elektromagnetische Strahlung zu machen, die von Funkmasten und Handys ausgeht.

Dabei ist es für eine grundsätzliche Entwarnung nach Meinung von Wissenschaftlern noch zu früh.

"Für aussagekräftige Schlüsse gibt es bislang noch zu wenige wissenschaftlich belegte Studien", gibt Elaine Fox, Professorin an der Universität Essex, zu bedenken. Während sich die Forschung bislang den potenziellen Zusammenhängen zwischen Handy-Emission und Gehirntumoren oder Bluthochdruck gewidmet hat, beschäftigt sich Fox mit dem Phänomen "elektrische Sensibilität". Darunter fallen eine ganze Reihe von Symptomen wie Kopfschmerzen und Müdigkeit, die womöglich auf mobilfunkspezifische Strahlenbelastung zurückzuführen sind.

Seit Januar untersucht die Wissenschaftlerin, ob manche Personen sensibler auf elektromagnetische Felder reagieren als andere. Hierzu wurden zunächst 4000 Teilnehmer getestet - davon wiesen etwa sechs Prozent Symptome wie Kopfschmerzen oder Brennen auf der Haut auf. In einer zweiten Projektphase werden nun Probanden, die sich selbst im Bezug auf Handy-Strahlung als hypersensitiv bezeichnen, gemeinsam mit subjektiv unempfindlichen Personen untersucht.

Eine andere Forschungsgruppe am Londoner King's College testet derzeit 120 Personen - die Häfte davon hält sich in Sachen Handy-Emission für hypersensibel. James Rubin, Research Fellow und Leiter des Projekts, hofft, bis Ende 2005 aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten. Sein derzeitiges Problem ist, genügend Freiwillige zu finden. Rubin will herausfinden, ob Mobilfunksignale Kopfschmerzen, Erbrechen, Schwindelgefühle oder Müdigkeit auslösen beziehungsweise die Produktion bestimmter Stoffwechselhormone beeinträchtigen können.

Die Weltgesundheitsorganisation schließlich geht davon aus, dass die im Rahmen ihres International EMF Project vorgenommenen Tests zu den Auswirkungen von elektrischen und magnetischen Feldern mit Frequenzen von bis zu 300 Gigahertz (das schließt die Emission von Handys ein) bis 2007 abgeschlossen sind.

Vertreter der Mobilfunkindustrie zeigen sich angesichts derartiger Untersuchungen gelassen. Noch fehle jeglicher Beweis dafür, dass Handys ein Gesundheitsrisiko darstellten, meint beispielsweise Erin McGee, eine Sprecherin der Cellular Telecommunications Industry Association. (kf)

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