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Wo Deutschland, Tokleau und die Niederlande vorne liegen

10.03.2016 | 16:57 Uhr |

Supermächte werden nicht danach definiert, wie weit ihre Top-Level-Domain verbreitet ist. Wenn dies aber entscheidend wäre, würde die Länderverteilung ganz anders aussehen.

In einer von Nominet erstellten Grafik kann man sehen, wie die Weltkarte aussehen würde, wenn die Größe der einzelnen Länder sich nach der Verbreitung ihrer Top-Level-Domains richten würde. Ganz schnell wird deutlich: Die USA würde in dieser Welt keine wichtige Rolle spielen.
 
Aber nicht nur die USA sieht auf dieser Karte etwas missraten aus – jedoch sind nur die auf .us endenden Websites berücksichtigt und keine .com-, .net- oder .org-Adressen. Einige kleine Länder erscheinen in der Karte auf einmal riesig, manch große Länder dahingegen winzig. Die Größten in dieser neuen Welt sind China, Deutschland, die Niederland und Großbritannien. Und noch eine weitere große Landmasse ist auf dem Schaubild zu erkennen: die Domain .tk

Die Domain .tk wird mit am häufigsten genutzt.
Vergrößern Die Domain .tk wird mit am häufigsten genutzt.
© Nominet

 
Unter dieser nicht besonders bekannten Domain sind immerhin rund 31 Millionen Websites registriert. Sie gehört zu Tokleau, einer neuseeländischen Insel im Pazifik mit knapp 1.400 Einwohnern. Rein theoretisch würden also auf einen Bewohner rund 22.300 registrierte Webadressen kommen. Das entspricht aber nicht ganz den Tatsachen.
 
Denn im Jahr 2000 gründete der Niederländer Joost Zuurbier die sogenannte Freedom Registry, die es jedem Menschen auf der Erde erlaubt, eine .tk-Domain kostenlos zu benutzen. Das Unternehmen, welches nun besser unter dem Namen FreeNom bekannt ist, verteilt die Domains von ihrem Hauptquartier in den Niederlanden, sowie von London und Palo Alto aus, aber nicht auf der Insel Tokleau. Da die Domain frei verfügbar ist, melden sehr viele Nutzer eine Website an, welche später aber nie wieder genutzt wird. Zuurbiers Organisation nutzt dies zu ihrem Vorteil und platziert auf den ungenutzten Seiten Werbung. Ein Teil der Einnahmen kommt den Leuten auf der Insel zu Gute. Tatsächlich kam 2012 ein Sechstel des Bruttoinlandprodukts von den .tk-Domains.
 
 

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