878666

Wo bleibt der iPalm?

25.06.2001 | 00:00 Uhr |

Immer wieder wird der Wunsch von Macianern laut, einen PDA von Apple zu besitzen. Wie könnte ein Palm-Konkurrent von Apple aussehen?

Die PDAs von Palm und Visor sind für Apple-Besitzer derzeit die einzige Möglichkeit des sinnvollen Minicomputings. Psion-Geräte etwa können nicht sinnvoll mit Outlook oder Entourage abgeglichen werden, eine Software für PocketPCs steht ebenfalls nicht zur Verfügung. Zwar will die Firma Information Appliance Associates eine Synchronisationssoftware entwickeln, die den Datei-Abgleich zwischen Entourage und PocketPC ermöglicht, gesehen hat man dieses Produkt aber noch nicht. Aber selbst bei funktionierendem Datentransfer würden sich viele Apple-Freunde über einen PDA mit Apfel-Logo freuen.
Wie könnte solches Gerät aussehen? Für die äu?ere Erscheinung kursieren im Internet bereits ein Vielzahl an Vorschlägen. Problematischer ist aber auch wohl eher unter welcher Software der Palm von Apple laufen sollte. OS X auf eine Größe zu skalieren, die ein aktueller Prozessor sinnvoll nutzen kann ist wohl wenig sinnvoll. Im Gegensatz zu Linux basiert OS X auf dem Machkernel, der sich nicht ohne weiteres auf ein MB, die typische Größe eines Mini-Betriebssystems schrumpfen lässt. Wie sieht es aber mit dem Betriebssystem des Newton aus? Dieses Betriebssystem lie?e sich ohne allzu gro?en Aufwand aktualisieren und an einen aktuellen Strong ARM Prozessor von Motorola anzupassen. Der modernste Chip mit dieser Prozessorarchitektur erreicht 200 MHz und ist auch für Multimediaanwendungen geeignet.
Theoretisch ist aber ein Palm von Apple ohne Probleme machbar, anders sieht es dagegen mit der Umsetzung aus. PDAs werden mit einer sehr geringen Gewinnmarge verkauft. Sollte Apple beabsichtigen mit seinem PDA Gewinn zu machen, müsste er weit mehr Kunden erreichen als nur einen Teil derjenigen, die bereits einen Apple besitzen. Warum sollte sich jemand einen Apple-PDA kaufen, obwohl er keinen Apple Computer besitzt? Sinnvoller ist für Apple sicher die Konstruktion eines Connectivity-Programmes, das ein leichtes Kommunizieren mit gängigen PDAs erlaubt, eine Art von iTunes für PDA also. iPalm wird also wohl keine neue Hardware von Apple sein, sondern ein neues Programm.

Stephan Wiesend

0 Kommentare zu diesem Artikel
878666