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Wochenendmagazin 21|04

22.05.2004 | 11:26 Uhr |

Interview: Warum das Institut für Biomedizinische Technik der Universität Karlsruhe auf Xserve G5 setzt +++ Auf der anderen Seite: Intels Probleme, Googles Offensive und Torvalds Humor +++ Macwelt Replay: Erste Vorschau auf Tron 2.0 +++ Kontroverse der Woche: Visionen von Personen

Xserve G5 in Karlsruhe

Nicht nur im fernen Virginia kommen Apple-Server zum Einsatz, auch im sparsamen Karlsruhe gibt es ein erstes Serverprojekte auf Basis des Xserve G5. Von Stephan Wiesend

Der medizinische Fachbereich der Universität Karlsruhe hatte ein Problem: Die bisher verwendeten SGI-Server haben die Grenzen ihrer Lebensdauer und Performance erreicht, neue Rechner des gleichen Herstellers sind aber einfach zu teuer. Wie Manfred Schroll im Rahmen einer Veranstaltung von Apple und dem Leibnitz Rechenzentrum vorträgt, waren Windows basierte Maschinen für die Unix-Umgebung ebenfalls keine Alternative.
Apple-Rechner waren nicht die erste Lösung, schreibt doch die IT-Politik der Universität entweder eine Linux- oder eine Windows-Lösung vor. Linux bot sich an, gibt es doch in Karlsruhe über die Fakultäten verteilt etwa 15 bis 20 Linux-Cluster - keine der Lösungen erschien dem Verantwortlichen als besonders geeignet. Verschiedenste Aufgaben sind für den Rechner vorgesehen wie Modellierung und Simulation, medizinische 2D/3D-Bildverarbeitung und numerische Feldrechnung. International beachtet wird die Teilnahme des Instituts für Biomedizinische Technik am MEET Man Projekt und den Visualisierungen Visible Man, Visible Female Project.

Tests mit einem Xserve G4, damals noch mit Mac-OS X 10.2, verliefen jedoch sehr zufriedenstellend.
Für die gewählten Aufgaben gelang es schließlich, die Mittel für die Anschaffung eines G5-Clusters aufzutreiben: Ein Headnode mit G5-Prozessor und zehn einzelne Nodes oder "Rechenknechten" hat das Institut für insgesamt 42 000 Euro angeschafft - ein Serversystem mit insgesamt 22 G5-Prozessoren. Der Headnode bekam die maximal möglichen 750 GB Hauptspeicher spendiert, die zehn Node-Rechner, die ja nur ihre Rechenkapazität zur Verfügung stellen, nur die Standardausstattung mit jeweils 80 GB. Wie der Systemadministrator betont, war das aufwendigste nach Erhalt der G5-Rechner das Auspacken der Rechner. Die Rechner trafen um 16 Uhr ein, bis 19 Uhr dauerte der Aufbau und am nächsten Morgen war der Cluster für die ersten Berechnungen startklar. Seitdem läuft der G5-Cluster zur größten Zufriedenheit des Instituts.

Macwelt.de spracht mit dem Projektleiter Manfred Schroll

Macwelt: War es schwer, die Karlsruher Universität zur Anschaffung eines Mac-OS X- Servers zu überreden?

Schroll: Sagen wir mal so, wir haben das schließlich auf Institutsebene geregelt, weil die Universität Karlsruhe inzwischen ziemlich auf Windows fixiert ist. Wir hätten das nicht genehmigt bekommen und haben es auf eigene Verantwortung gemacht.

Macwelt: Warum haben Sie kein Linuxsystem gewählt?

Schroll: Weil Linux ein Heimwerker- und Bastlersystem ist und Mac-OS X einfach um Größenordnungen besser. Das Ergebnis zählt und bei Linux besteht die Gefahr, dass sie fünf Jahre an einer alternden Hardware herumbasteln und dann viele "Experten" beschäftigen müssen, die sich ihr Wissen mühsam aneignen und oft nicht weitergeben wollen. Da nehmen wir ein leicht bedienbares System mit professioneller Unterstützung. Dinge wie das Kompilieren eines Kernels sind bei Mac-OS X kein Thema.

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