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Wochenendmagazin 28|04

10.07.2004 | 11:26 Uhr |

Interview: Sophos-Sicherheitsdirektor über die Gefahr durch Viren - und wie man sich am Mac davor schützt +++ Switch, Teil II: Wie Lars bei seiner Migration von Windows zu Mac das Wort "Produktverfügbarkeit" kennen lernt +++ Macwelt Replay 28|04 +++ Steiger vs. Müller: Wer kopiert wen?

'Mac-Viren gibt es auch in Zukunft'

Interview mit Gernot Hacker, Director of Technology bei Sophos. Sophos ist ein führendes Unternehmen der IT-Sicherheitsbranche und verkauft seine Produkte ausschließlich an Unternehmen.

von Stephan Wiesend

Macwelt: Herr Hacker, Sophos hat gerade eine neue Version von Sophos für Mac-OS X auf den Markt gebracht. Wen sehen Sie als Zielgruppe für dieses Produkt?

Als größte Zielgruppe haben wir Universitäten in Nordamerika, die dort sehr auf unsere Produkte setzten und auch in sehr großen Umgebungen einsetzen. Hier in Deutschland sind es viele Media-Agenturen und auch viele Universitäten wissen es zu schätzen, dass wir diese Plattform unterstützen.

Macwelt: Für Mac-OS X gibt es doch eigentlich keine Viren?

'Eigentlich' ist genau die richtige Einschränkung. Es gibt sehr wohl einige Viren, vor allem Makro-Viren, wie in der Windows-Welt. Das Microsoft-Office, das es für den Mac gibt, ist so weit mit der Windows-Version kompatibel, dass es wirklich einige Viren gibt, die auf Mac-Office laufen.

Macwelt: War es Nachfrage ihrer Kunden, dass sie Sophos auch in einer Mac-Version herstellen?

Genau, unsere Kunden sagen zwar auch, die Bedrohung sei bei weitem nicht so groß, wie im Windows-Umfeld, das ist ja kein Geheimnis. Nichtsdestotrotz gibt es auch Viren für diese Betriebssystemplattform. Diese genießt solche Popularität, dass es deshalb wohl auch in Zukunft Mac-Viren geben wird. Davor brauchen wir Schutz. Wenn sie unsere Geschichte verfolgen, hatten wir auch schon für Mac-OS 9 einen On-Access-Scanner und das haben wir jetzt auch auf die Version 10.3 ausgeweitet.

Macwelt: Braucht denn der Privatanwender mit Mac einen Virenscanner?

Es ist sicherlich nicht von Schaden, wenn man einen hat. Die Bedrohung ist aber bei weitem nicht so aggressiv, wie im Windows-Umfeld, wobei man auch sagen muss, dass sich durch den Unterbau von Mac-OS X einiges geändert hat. Mac-OS X basiert auf einem BSD-Unix, das als sehr sicher gilt, in einigen Netzwerkkomponenten aber durchaus anfällig sein kann. Apple veröffentlicht immer wieder Sicherheitsupdates und das hat auch seinen guten Grund. Die Gefährdung hängt natürlich davon ab, wie man seinen Rechner nutzt. Ein Heimanwender sollte somit kein 'größeres Zahnweh' haben. Es kann natürlich nicht schaden, wenn er einen Virenscanner hat und ihn aktuell hält.

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