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Wochenendmagazin 32|04

08.08.2004 | 16:00 Uhr |

Steve Jobs krank: Apple-Anleger haben Sorgen +++ Airport Express: Christian Rüb hat Probleme bei der Installation +++ Switch, Teil 6: Lars hat Optionen beim Internetzugang +++ Macwelt Replay 34|04 +++ Steiger und Müller haben Kinotipps

Was wäre Apple ohne Jobs?

Apple steht finanziell so gut da wie seit Jahren nicht mehr. Positive Schlagzeilen, von verschobenen Produkteinführungen einmal abgesehen, und ausführliche Artikel in der internationalen Presse bringen den Mac-Hersteller seit Monaten immer wieder ins verkaufsfördernde Rampenlicht. Vor allem der Erfolg des iPod und die Eröffnung des iTunes-Music-Store bescheren Apple die willkommene Aufmerksamkeit.

von Ole Leitloff

Doch wie schwierig Apples Situation trotzdem ist, zeigen die Reaktionen nach der Bekanntgabe von Steve Jobs’ Krebserkrankung. Der Aktienkurs fiel am Tag nach Veröffentlichung der Nachricht um 2,35 Prozent und Analysten und Unternehmensberater machten sich plötzlich Gedanken über die Zukunft der Firma. Das enge Verhältnis zwischen Apple und seinem Gründer und CEO ist zwar mit anderen Firmen der Branche wie Microsoft und Oracle vergleichbar, doch es gibt einige wichtige Unterschiede. Im Gegensatz zu großen Computerfirmen, muss Apple sich ständig in seiner Nische behaupten und aktiv dafür sorgen, nicht in die Unbedeutsamkeit zu verschwinden. Auch gibt es in Cupertino keine wirkliche Cash-Cow, die stetig sprudelnde Gewinne garantiert.

Apple ist Jobs

Das Problem der schwindenden Marktanteile bei PCs, wiegt umso schwerer durch Apples Abhängigkeit von Steve Jobs. Jobs repräsentiert die Mac-Marke nach außen hin nicht nur als charismatischer CEO, er verkörpert sie geradezu. Was wäre eine Keynote ohne Steve, eine Produktvorstellung ohne das medienwirksame Auftreten Jobs? Der exzentrische Chef, bekannt dafür bis in die kleinsten Entscheidungen innerhalb des Unternehmens einzugreifen, ist Apples Identität. So bestimmt er nicht nur die Farbe der Sitzpolster in den Apple Geschäften, wie die New York Times berichtet, sondern rettet den Mac-Hersteller 1997 nach einer Abwesenheit von mehreren Jahren aus dessen tiefster Krise. Mit genialem Design (Kugel-iMacs) und massentauglichen Produkten (iPod) erschließt Steve Jobs neue, dringend gebrauchte Kundenkreise. Er baut mit Ron Johnson als Marketingexperten und Logistik-Fachmann Tim Cook sowie John Rubinstein als iPod-Chef ein erfolgreiches Team auf und führt Apple in die Gewinnzone. Cupertinos letzter Quartalsbericht ist mit einem Gewinn von 61 Millionen US-Dollar der beste seit Jahren.

Durch die plötzliche Nachricht von Jobs Erkrankung an Bauchspeichedrüsenkrebs, sahen viele Analysten das Schicksal der Apfel-Logo-Computer eng mit dem persönlichen Schicksal von Steve Jobs verknüpft. Vor allem sein "Charisma", so der IT-Analyst Rob Enderle gegenüber der New York Times, mache Jobs "fast unersetzlich". Der Apple-CEO könne "Kühlschranke an Eskimos" verkaufen, meint der Gründer der Beratungsfirma Enderle Group. Doch gleich nach seiner Operation einer gutmütigeren Variante des sonst tödlichen Bauchspeicheldrüsenkrebs, versicherte Steve Jobs seinen 11.000 Angestellten in einer Email, dass es ihm gut gehe. Chemo- und Strahlentherapie seien nicht erforderlich. Auch sei er sich sicher, schon im September wieder arbeiten zu können. Während Timothy Cook im August in Abwesenheit von Jobs die Führung von Apple übernimmt, bleiben längerfristige Nachfolgerpläne bei Apple unklar.

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