Von Peter Müller, Ole Leitloff, Ole Meiners - 22.08.2004, 16:00

Wochenendmagazin 34|04

Report: Die heimlichen Energieverschwender +++ Switch, Teil 8 +++ Macwelt Replay +++ Kolumne

Der Strom kommt aus der Steckdose

Wem am Ende des Jahres regelmäßig eine Stromnachzahlung in das Haus flattert, sollte mal genauer seine Computeranlage auf heimliche Energieverschwender überprüfen.
Von Ole Leitloff
Wie sieht er aus, der technische Haushalt eines typischen Mac-Besitzers? Mindestens ein Mac oder doch zwei? (weshalb sollte man sich von der kultigen iMac-Kugel trennen?). Entsprechend dürften ein bis zwei Monitore, ein Drucker und ein Scanner mittlerweile zur Grundausrüstung gehören. Rasant steigt auch die Zahl der DSL-Surfer, wodurch ein DSL-Modem in die Wohnung Einzug hält. Und wenn man schon so schön schnell im Internet unterwegs ist, warum nicht gleich noch komfortabler mit einer von Apples Airport-Stationen. Verlockend ist auch das neueste Gadget aus Cupertino: Die Airport Express-Station zum kabellosen Musikhören oder um das bestehende WLAN zu erweitern. Bei einigen Mac-Besitzern wird noch ein iPod die Ausrüstung vervollständigen, vielleicht sogar eine iSight oder einfach nur eine externe Festplatte. Ein heutiger Haushalt hat technisch viel zu bieten und macht mit Apples genialen Produkten auch wirklich Spaß. Doch was der moderne Zeitgenosse allzu leicht vernachlässigt, ist die permanente, lautlose und mit der Zahl der Geräte zunehmende Gier nach Strom in seiner Wohnung.

Immer an, immer online, immer erreichbar

Sie sind kaum merklich in Betrieb, Tag und Nacht, oder im täuschenden Standby-Modus. Die meisten Geräte haben inzwischen gar keinen Schalter mehr, der sie vom Stromnetz trennen könnte. Und im angeblich stromsparenden Bereitschaftsmodus fliest der Saft stetig weiter, wie ein exemplarischer Rundgang mit unserem Messgerät durch die Wohnung eines Mac-Users zeigt. Die gute Nachricht für das Konto des Mac-Anwenders ist, dass der Preis für Strom mit 15,50 Cent pro Kilowattstunde (Stadtwerke München) seit der Liberalisierung des Strommarktes recht günstig ist. Und auch der Stromverbrauch neuer Elektrogeräte sinkt. Die schlechte Nachricht: Der Standby-Modus, stellvertretend für die heutige Zeit, immer online, immer bereit, wirkt sich als Arbeitsbeschaffungsmassnahme für zahlreiche Atommeiler aus.
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