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Wochenendmagazin 39|04

26.09.2004 | 12:24 Uhr |

iMac G5: Wechselbad der Gefühle

Erst knisterte bei der spannenden Auspackzeremonie die Luft, und später leider auch der neue iMac G5. Der jüngste Gast im Macwelt-Testcenter zirpte hochfrequent beim Betrieb vor sich hin. Der Grund liegt zum Glück nicht an einem allgemein lauten Lüfter, sondern an einem Problem mit unzureichend abschirmten Netzteilen. Ähnliches trifft man auch vereinzelt bei den aktuellen Power Macs G5 an. Apple hat den Fehler bereits eingestanden und eine kostenlose Reparatur angekündigt, die man aufgrund der neuen Bauweise sogar selber durchführen kann - und darf.

Versucht man nun das Knistern zu überhören, so sieht man einen solide verarbeiteten Rechner. An den Knuddel-Schick-Faktor seiner beiden Vorgänger kommt er zwar nicht heran, aber er wirkt deutlich subtiler als auf den offiziellen Produktfotos. Das liegt vor allem an dem unauffälligeren Alu-Ständer. Ein wenig klobig sehen hingegen die dicken Ränder und der breite Plastikteil unter dem 17-Zoll-Display aus. Das 20-Zoll-Modell macht in diesem Punkt einen deutlich ausgewogeneren Eindruck.

Leistungsmäßig gibt es zwischen den beiden größeren G5-iMacs mit einem 1,8 GHz-Prozessor keinen Unterschied, dafür fällt der Vergleich mit der Vorgängerserie umso gravierender aus. Beim Cinebench-CPU-Test schafft der Neue stolze 254 Punkte, während die überholte Serie mit einem G4 1,25 GHz lediglich auf 111 Punkte kommt. Beim Encoden sieht die Sache nicht anders aus - egal ob MP3 oder MPEG4, der aktuelle iMac rechnet beinahe doppelt so schnell. Ein Ergebnis, das sich auch beim Spielen wiederholt. Beim Botmatch in Unreal 2003 kommt der iMac G5 im Gegensatz zum schnellsten G4-Vorgänger auf die doppelte Anzahl von Frames pro Sekunde, in erster Linie durch die Kraft des Prozessors und des schnellen Systembusses. Im Grafikkarten-intensiven "Flyby"-Modus ist nahezu kein Unterschied messbar - womit die schwache Leistung der im iMac G5 verlöteten Nvidia Geforce 5200 Ultra bewiesen wäre.

Mit Blick auf die ersten Benchmark-Ergebnisse also ein durchaus gelungenes Update, solange man mal ein Ohr zukneift, denn das Netzteilzirpen wirft kein gutes Licht auf den besonders auf PC-Switcher ausgelegten Rechner. Apple hat immerhin schnell reagiert und Abhilfe versprochen. So kann wahrscheinlich ein größerer Imageschaden für das selbst ernannte Prädikat "Von den Designern des iPod" vermieden werden.

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