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Das war die Woche: Warten auf den Wahltag

31.10.2008 | 13:36 Uhr |

Fast zwei Jahre dauert die ganze Sache nun schon, nächsten Dienstag ist endlich Schluss und der Wechsel steht an. In den USA werden die Wähler an die Urnen und Wahlmaschinen gerufen, während wir bei Macwelt den Wechsel schon in aller Frühe einleiten.

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Im Februar 2007, also vor fast zwei Jahren, erklärte ein bis dato nur Eingeweihten bekannter Senator seine Kandidatur zur Präsidentschaft. Barack Obama scheint fast am Ziel: Wenn nicht doch latente Ressentiments wechselwillige Wähler im letzten Moment davon zurückschrecken lassen, einen Menschen dunkler Hautfarbe zum 44sten US-Präsidenten zu wählen, steht in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch nächster Woche der Sieg des 43-Jährigen schon früh fest. Zwei Swing-States in der Ost-Hälfte der Vereinigten Staaten könnten die Entscheidung zu Gunsten Obamas bringen, das Rentnerparadies Florida und das in seinem Mix aus Urbanität und Ländlichkeit gerne als Miniatur-USA gepriesene Ohio. Dass Obama alle 55 kalifornischen Wahlmänner gewinnen wird, steht eigentlich seit Monaten fest. Ohne über jeden einzelnen Mitarbeiter sprechen zu können, dürfen wir ruhig davon ausgehen, dass Apple Obama wählt. Den eigenen CEO können sie ja nicht zum US-Präsidenten befördern, obwohl wir das vor gut sieben Monaten frech vorgeschlagen hatten .

Anders als die Kandidaten Obama und McCain steht Mac-OS X permanent im Wettbewerb. Mit welchen Strategien der Gegenkandidat aus Redmond in die nächste Runde ziehen wird, hat Microsoft diese Woche auf seiner Entwicklerkonferenz in Los Angeles bekannt gegeben. Schon komisch: Lädt der 8-Prozent-Zwerg Apple zu seiner WWDC, horcht die ganze Welt auf, spricht der 90-Prozent-Riese Microsoft von der Zukunft seines Betriebssystems ist das zwar Agenturen und Journalisten weltweit berichtenswert, aber hat irgendeine Website da draußen live von der Eröffnungsveranstaltung getickert? Wie es auf dem ersten, zugegeben leicht herablassenden, Blick aussieht, will Microsoft seinen Kunden auch nur den gleichen Saft in neuen Fässern andrehen und keineswegs einen "Change we need". Windows 7, das in aller Konsequenz der Nomenklatur auf Windows 3, Windows 95, Windows 98, Windows ME, Windows XP und Windows Vista folgt, scheint nichts weiter als ein verbessertes Windows Vista zu sein. Vista 2.0, oder, um gehässig zu bleiben, Vista 1.0. Denn die Vorgängerversion verdiente keine finale Bezeichnung. Auch nicht gerade neu, aber wenigstens konsequent, dürfte die Plattform Windows Azure sein. Der Name lässt sich wenigstens ableiten - Azure soll der Hintergrund für Cloud-Computing werden, also der blaue Himmel, auf dem sich Daten, Systeme und Programme in Wolken tummeln und das Geschehen vom Desktop in das Internet verlagern. Früher nannte man das Großrechner, an dem Terminals hingen. Zugegebener Maßen ist der Rechner Internet schon verdammt groß.

Cloud-Computing ist auch dem Mac-Anwender ein Begriff, seitdem Apple seinen Internetdienst .Mac renoviert und in Mobile Me umbenannt hat. Wie es funktioniert, erzählt Apple nicht so genau, nur dürftige Informationen hat der Hersteller etwa zum jüngsten Update des Dienstes veröffentlicht . Nur eines ist gewiss: Die Wolke nutzt eine reichlich komplexe Infrastruktur, einen Spezialisten für Servertechnologien, Chipdesign und Rechenzentren will sich Apple nun mit Mark Papermaster ins Haus holen. Dessen bisheriger Arbeitgeber IBM will seinen Vize-Präsidenten für Prozessorentwicklung aber nicht gehen lassen und hat Klage eingereicht.

Während Amerika in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch auf den Wechsel wartet, ziehen wir bei Macwelt die ganze Sache schon einmal vor. Dienstag früh gegen fünf Uhr schalten wir auf die neue Website um . Auch bei uns hat das Prozedere gut zwei Jahre gedauert, im Sinne des 44sten US-Präsidenten sind wir zuversichtlich, was den Relaunch betrifft: "Yes, we can!"

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