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Das war die Woche: Da ist was im Busch

30.01.2009 | 11:45 Uhr |

Apple begründet seine künftige Absenz von der Macworld Expo auch damit, der Januar-Termin passe nicht so recht in den eigenen Produktzyklus. Dann kommt also im Februar reichlich Neues aus Cupertino?

Flower Vest für iPod Nano 4G
Vergrößern Flower Vest für iPod Nano 4G

Apple Argumente gegen eine künftige Teilnahme an der Macworld Expo sind nachvollziehbar. Mit den eigenen Stores hat Apple weltweit 250 Dauerausstellungen, mit denen der Mac-Hersteller deutlich mehr Leute erreicht als über eine Messe. Verzichten muss Apple natürlich in Zukunft auf die Vorfreude, die die Mac-Gemeinde spätestens nach Weihnachten in Besitz nahm. Der Hype vor Veröffentlichung eines neuen Apple Stores - insbesodere in einem neuen Markt - ist zwar vergleichbar mit der fiebrigen Erwartung vor einer Apple-Keynote, aber nun einmal regional beschränkt und vor allem nicht jährlich reproduzierbar. Auf der anderen Seite will Apple sich wohl auch ein wenig von dem Druck nehmen, der im Vorfeld der Macworld Expo immer wieder anstieg. Phil Schiller selbst hat eingestanden, der Januar-Termin passe nicht so recht in die eigenen Produktentwicklungszyklen. Einen Eindruck davon gewinnen alljene, die sich für ein Macbook Pro mit 17-Zoll-Monitor interessieren: Das am 6. Januar präsentierte Gerät steht laut Apple Store "in sieben bis zehn Werktagen" zur Verfügung. iWork 09 konnte Apple zwar schon recht bald nach der Keynote liefern, iLife 09 aber erst drei Wochen später. Wenn Apple nun die Agenda selbst setzt, sind die Produkte aber sofort im Handel, zuletzt mit iLife 08, iWork 08 und den Alu-iMacs im August 2007 geschehen.

Bleibt also die Frage, wann den nun Apple die Agenda setzen will. Dass etwas im Busch ist, hat man diese Woche aber deutlich gemerkt. Die neue iPhone-Firmware 2.2.1 soll einen Code-Schnippsel enthalten, der auf ein neues Gerät hinweist, kurz danach überarbeitet T -Mobile die iPhone-Tarife und senkt die Preise für die Geräte . Da liegt der Schluss nicht fern, ein neues Modell stehe unmittelbar bevor. Über dieses lässt sich nun trefflich spekulieren, da keinerlei weiteren validen Informationen vorliegen. Die Spekulationen um ein iPhone Nan machen ja schon länger die Runde, nur fragt sich, was Apple mit einem iPod wolle, der lediglich noch telefonieren und vielleicht noch simsen kann, dem aber die einzigartigen Fähigkeiten des Erfolgsmodell iPhone 3G fehlen. Denn nur um Internetfähigkeit und einen großen Touchscreen beraubt kann man sich derzeit ein iPhone Nano zum Einstiegspreis vorstellen. Der Glanz der Marke iPhone werde jedoch auf ein solches Gerät abstrahlen und es zu einem Kassenschlager machen, könnte die Strategie des Herstellers sein.

Um das iPhone in der Tat als einzigartig zu verteidigen, hat Apple seit dieser Woche ein probates Mittel in der Hand. Das US-Patent- und Markenamt hat dem Hersteller nun eine Schutzschrift auf die meisten der iPhone-Funktionen ausgestellt. Palm, dessen Smartphone Pre nicht von ungefähr in Formfaktor und Funktionen ähnelt, kann sich auf etwas gefasst machen: Apples Juristen dürften bereits an den Schriftsätzen arbeiten. Was das nun für ein neues iPhone bedeutet, ist derzeit nicht abzuschätzen. Dem derzeitigen Erfolgsmodell fehlt nicht viel, eine bessere Kamera mit Videofunktion steht jedoch auf dem Wunschzettel der meisten iPhone-Nutzer und solcher, die es werden wollen. Seitens der Software hat Apple ebenso Nachholbedarf: Der bereits letztes Jahr für September angekündigte Push-Notification-Service steht weiterhin aus.

Die beste Zeit für ein neues "großes" iPhone ist der Sommer, ob Apple zuvor mit einem iPhone Nano kommt, bleibt abzuwarten. Deutlich früher werde Apple an seinen Desktops etwas ändern, meint der Analyst Shaw Wu. Ein neuer iMac sei fast fertig und noch dazu überfällig, meint der Spezialist von Kaufman Bros., der in der Vergangenheit keineswegs mit unrealistischen Spekulationen aufgefallen ist. Apples Desktop-Geschäft schwächelt ein wenig, Marktgegebenheiten und eine lange zeit ohne Updates wirken zusammen. Warum Apple nicht die letzte Macworld-Expo-Keynote wenigstens für die Ankündigung eines neuen iMacs genutzt hat, könnte eben an der Hardwareentwicklung liegen. Laut Wu überlegt Apple noch, ob man lieber einen Intel-Chip mit vier Prozessorkernen einsetzt oder doch eher auf einen schnelleren und energieeffizienteren Dual-Core-Chip setzt. Diese Entscheidung wird sich womöglich auf den Formfaktor, aber zumindest auf das Hardwaredesign im Innenleben des iMac auswirken - wäre also komisch gewesen, hätte Schiller im Januar eine Kiste vorgestellt, die im Februar oder März dann ganz anders aussieht.

Bis April noch muss Apple auf seinen neuen Leiter Hardwareentwicklung iPod/iPhone warten. Immerhin hat sich Cupertino endlich mit Mark Papermasters vormaligem Arbeitgeber IBM geeinigt , dass der Manager nicht die kompletten 12 Monate Wettbewerbsverbot absitzen muss. Bis das erste iPhone und die ersten iPods, die Papermasters Handschrift tragen, auf den Markt kommen, vergeht noch einige Zeit. Eine Zeitspanne, die Apple selbst bestimmt.

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