Von Peter Müller - 17.10.2008, 13:11

Wochenrückblick

Das war die Woche: Macbooks in grün

Preisgünstiger, mit mehr Funktionen, schicker: Die neue Macbook-Reihe verspricht gute Geschäfte. Apples Versprechen in Sachen Umweltschutz eröffnen jedoch völlig neue Perspektiven.
Die Greenpeace-Kampagne "Green my Apple" hat Wirkung gezeigt: Nachdem Apple bereits im Mai öffentlich versprochen hat, Giftstoffe aus seiner Produktion zu entfernen, legt das Unternehmen nun nach. In einem offenen Brief aktualisiert Apple-CEO Steve Jobs die Selbstverpflichtung zum Umweltschutz, erstmals stellt der Mac-Hersteller für jedes seiner Produkte detaillierte Umweltreports vor. Für das neue Macbook ist etwa aufgelistet, wie viel Kohlenstoffdioxid es insgesamt verbraucht, von der Produktion, über die gesamte Nutzungsdauer bis hin zum Recycling-Prozess: 460 Kilogramm. Genau nennt Apple auch die Menge an Aluminium (640 Gramm) und anderen Metallen (146 Gramm), die in den neuen Mobilrechner verbaut sind. Ein wenig vage bleiben lediglich die Angaben für Bildschirm und Festplatte, Apple verspricht jedoch, bei den neuen Macbooks komplett auf Quecksilber, Arsen, PVC und bromhaltige Flammenhemmer zu verzichten. Sogar den Papierverbrauch hat Apple reduziert, die neue Verpackung spare hier 41 Prozent ein.
Schon bei der Vorstellung der neuen Macbooks hatte Steve Jobs am Dienstag den Umweltgedanken der mobilen betont, so grün wie nie zuvor seien die Rechner nun. Es mag stimmen, dass der "Brick-Prozess" in der Produktion weniger kostbaren Aluminiums verschwendet und das LED-Display sich mit umweltfreundlicheren Materialien bauen lässt. Auch eine höhere Energieeffizienz verspricht Apple, der Knackpunkt wird aber der Recycling-Prozess sein. Apple zeigt sich offen und erklärt, in 95 Prozent aller Märkte Recycling-Programme zu betreiben. Verantwortungsvoll gehe man dort mit den Rohstoffen um und führe sie vor Ort der Wiederverwertung zu. Damit spielt Apple an die bitteren Realitäten der Rohstoffrückgewinnung in der Dritten Welt an, die Michael Bitala kürzlich in einer aufwühlenden Reportage für SZ Wissen beschrieben hat. Verantwortung für die Umwelt trägt der Hersteller über die komplette Lebensdauer des Produktes und darüber hinaus. Inwiefern Apple seine Versprechungen einhält, wird Greenpeace mit Sicherheit nachprüfen.
Zuletzt hatte die Umweltschutzorganisation in seinem vierteljährlichem Bericht "Guide to green electronics" Apple wegen Problemen beim Recycling kritisiert und dem Mac-Hersteller nur 4,1 von 10 möglichen Punkten gegeben. Mit Platz 13 steht Apple im Greenpeace-Ranking aktuell noch schlechter als der FC Bayern München in der Fußballbundesliga. Während der Aufschwung der Bayern zumindest bis zum morgigen Auswärtsspiel in Karlsruhe weiter ungewiss bleibt, dürfte Apple im nächsten Greenpeace-Ranking steil nach vorne stürmen. Die meisten Forderungen sind erfüllt. Vor allem begeistert Apples zunehmende Offenheit.
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