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Das war die Woche: Wer die Wahl hat...

21.11.2008 | 15:20 Uhr |

Eine größere Auswahl an Modellen, Konfigurationen und Funktionen bedeutet nicht unbedingt einen größeren Verkaufserfolg. Mit der Einschränkung von Wahlfreiheiten darf man es aber nicht übertreiben.

Macbook Familie 2008
Vergrößern Macbook Familie 2008
© Apple

Eines muss man Apple lassen: Anders als andere Hersteller, auch aus der gleichen Branche, haben die Produkte des Mac-Herstellers klare Strukturen. Wer einen Mobilrechner haben möchte, hat die Wahl zwischen einem Macbook und einem Macbook Pro , ist die Wahl nach Bildschirmgröße oder Preis getroffen, bleiben nur geringe Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen. Derzeit steckt Apple in Sachen Macbook-Familie in einer Übergangsphase, das Plastik-Macbook wollte und konnte man aus Preisgründen noch nicht aus dem Angebot ausrangieren, der 17-Zöller wird als Aluminium-Brick erst in ein paar Monaten folgen können. Betrachtet man aber die Angebote von Konkurrenten wie Hewlett-Packard oder Dell, kommt man ob der Konfiguritis kaum noch aus dem Staunen heraus. Dutzende von Modellfamilien und Varianten buhlen um die Kundschaft, bei Consumer-Produkten stehen sogar Farben zur Wahl. Man könnte fast meinen, jedes Dell- oder HP-Notebook ist ein Einzelstück. Viel Auswahl hilft nicht viel, in den USA rückt Apple den Platzhirschen im Notebooksegment immer stärker auf die Pelle, im Oktober soll Apple gar um 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugelegt haben. Eine beschränkte Auswahl schafft also eine klare Markenkommunikation. Eine beschränkte Auswahl hat aber auch ihre Schattenseiten.

Das bekommt Apple gerade in Sachen Macbook und Macbook Pro zu spüren. Elegant sind die Alu-Ziegel auf alle Fälle, die Glasscheibe vor dem Display beschert dem gesamten Notebook eine größere Stabilität, die helle Hintergrundbeleuchtung sorgt für klare und brillante Farben. Leider spiegelt das Display, ungünstige Lichtverhältnisse trüben das Vergnügen erheblich. Macwelt-Leser teilen die Bedenken unseres Testcenters, fast die Hälfte der Teilnehmer unserer Umfrage der Woche fordern Alternativen , nur ein Drittel kommt mit dem Spiegel-Display zurecht oder sieht gar Vorteile.

Alternativen sind im Fall der Glasdisplays nicht leicht zu haben. Eine entspiegelnde Folie wirkt wie ein optisches Gitter, störende Interferenzen sind die Folge und die Wahl besteht in Spiegeleffekten oder Moirémustern. Seit August 2007 ist der iMac ähnlich gebaut, dessen Glasscheibe lässt sich jedoch vorsichtig abnehmen, was bei den Macbooks nicht möglich ist. Was tun? Schleifpapier haben wir nicht ausprobieren wollen, der Markt könnte sich aber nun für Hersteller von speziellen Sichtblenden wie dem iCap öffnen.

Manchmal hört Apple aber auf die Wünsche seiner Kunden und bietet doch noch Alternativen an. Wie lange lamentieren iPhone-Nutzer schon über dessen Rechtschreibkontrolle? Die ist zwar gut gemeint, aber leider das Gegenteil von gut mit ihren teils abenteuerlichen Korrekturvorschlägen. Seit dem iPhone OS 2.2, das in der Nacht zum Freitag erschienen ist, lässt sich die Funktion immerhin abstellen. Ein Feature mehr, das über die Anschaffung eines Apple-Handys nachdenken lässt. Dutzende von Farbvarianten stellt Apple für sein Telefon nicht zur Verfügung. Und das ist auch gut so.

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