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Google-Alternative Wolfram Alpha in der Praxis

07.05.2009 | 10:29 Uhr |

Die intelligente Suchmaschine Wolfram Alpha ist beinahe fertig entwickelt und wird bald gestartet. Journalisten durften bereits einen ersten Einblick nehmen und die Suchmaschine mit Wissenschaftswurzeln testen.

Wolfram Alpha
Vergrößern Wolfram Alpha

Wolfram Alpha gilt derzeit als neue Hoffnung für eine neue Generation Suchmaschinen. Alpha hat einen wissenschaftlichern Hintergrund und soll im Gegensatz zu Google direkt Antworten auf Fragen liefern und keine Links zu mutmaßlichen Quellen für diese Antworten. "Wie hoch ist der Mount Everest?" soll hier beispielweise direkt die Antwort "8.848 Meter" liefern statt eines Links zu Wikipedia oder anderen Quellen.

Die neue Suchmaschine soll in wenigen Wochen startbereit sein. Jetzt konnten erste Journalisten den zukünftigen Dienst ausprobieren. Wolfram Alpha stammt vom Entwickler der Mathematica-Software, Stephen Wolfram. Diese wissenschaftlichen Gene von Mathematica stecken auch in der neuen Suchmaschine. Der Spiegel und die Kollegen des Heise-Verlags durften bereits einen Blick auf Wolfram Alpha werfen und vergleichen die Ergebnisse mit dem Primus Google.

Unschlagbar bei trockenen Daten

In Wolfram Alpha stecken die Gene der Mathe-Software Mathematica.
Vergrößern In Wolfram Alpha stecken die Gene der Mathe-Software Mathematica.
© Wolfram

Der Test zeigt: Wolfram Alpha ist schlau - hat seine Stärken allerdings beim Aufbereiten von Daten. Mit knallharten Fakten tut sich Alpha leichter als mit der Suche nach Quellen - dies ist Googles Stärke. Tippt man beispielsweise den Namen zweier Staaten in Wolfram Alpha, liefert die Maschine eine Tabelle mit Vergleichsdaten der beiden Länder. Die neue Suchmaschine liefert auch chemikalische und physikalische Formeln, wenn ihm ein entsprechender Begriff vorgeworfen wird. Bei Firmennamen erhält der Nutzer Börsenkurs und Umsatzzahlen.

Wolfram Alpha vergleich auch Städte miteinander, zeigt die Distanz und Positionen auf einer Karte, wenn mehrere Städtenamen eingetippt werden. Hier kann Google nicht mithalten, der Nutzer muss sich die gewünschten Daten stets selbst aus den Suchergebnissen heraussuchen. Nur bei wenigen Suchbegriffen liefert auch Google konkrete Ergebnisse. So kann die Suchmaschine einfache Rechnungen selbst lösen. Der Suchbegriff "40/2" wird beispielsweise korrekt mit "20" beantwortet.

Probleme mit einfachen Begriffen

Wolfram Alpha schwächelt, wenn Nutzer einzelne, abstrakte Begriffe eintippen. Die Suche nach "Mac" brachte als Ergebnis laut Spiegel die "mehrfach alkylierten Cyclopentane" - einem chemischen Begriff für bestimmte Schmierstoffe. Manchman denkt Alpha schlicht zu wissenschaftlich. Hier ist Google effektiver. Keiner kann besser Suchbegriffe mit Inhalten von Webseiten zusammenbringen. Wer aber konkrete Zahlen, Formeln, Daten oder Statistiken sucht, könnte in Zukunft bei Wolfram Alpha besser aufgehoben sein.

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