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Workshop: Aufzeichnungen schneiden, Clips erzeugen

21.03.2007 | 14:35 Uhr |

Hat man TV-Sendungen aufgenommen und liegen sie auf der Festplatte, gilt es störende Elemente wie Werbung, Vor- und Abspann herauszuschneiden oder gar einzelne Clips zu erzeugen. Die Software hilft dabei. Unser Workshop zeigt, wie es geht.

Natürlich lassen sich aufgezeichnete Sendungen zu jedem Zeitpunkt aufrufen und abspielen, die Funktion bieten sämtliche TV-Adapter mithilfe der im Lieferumfang enthaltenen Software.

Wer seine Lieblingsfilme jedoch später am iPod, per Apple TV oder über den Umweg einer DVD richtig genießen will, muss in den meisten Fällen zunächst einige störende Elemente entfernen. Neben dem Vor- und Abspann beziehungsweise der aus Sicherheitsgründen vor und nach der eigentlichen Sendezeit aufgenommenen Zeitspanne gehört zu den Störern in den meisten Fällen die Werbung. Je neuer ein Film ist, desto mehr und längere Werbepausen werden zumindest bei den privaten Fernsehsendern eingebaut.

Außerdem wiederholen die Sendeanstalten nach einem Werbeblock gern noch mal ein paar bereits gezeigte Szenen, das gewinnt Sendezeit. Zwar kann der Benutzer die Werbepausen einfach mit dem schnellen Vorlauf am Mac oder am DVD-Player überspringen, störend bleiben sie dennoch.

Die Werbepausen beanspruchen insgesamt eine Menge Zeit und damit auch Platz. Besonders beim späteren Brennen auf DVD kann das störend sein, von Werbepausen befreit passen oft zwei Filme auf einen Rohling.

Wer sich aus Aufzeichnungen von Musikkonzerten einzelne Clips erstellen will, kann auch das tun. So lassen sich aus einem längeren Konzert zahlreiche einzelne Musikclips erzeugen und bei Bedarf per Fernseher oder auf dem iPod ansehen.

Problemfall MPEG-2

Hierzulande werden DVB-Anwendungen, gleich ob über Satellit, Kabel oder per Antenne, als MPEG-2-Transportstream übermittelt. Auch wer ein analoges Fernsehsignal digitalisiert, findet das Resultat als MPEG-2-Transportstream auf der Festplatte. Leider unterstützt Quicktime das Format nicht, jedenfalls nicht ohne ein kostenpflichtiges Plug-in.

Für Benutzer einer Lösung mit Eye TV 2 oder Formac DVB stellt das kein Problem dar, die Programme ermöglichen die Bearbeitung der aufgezeichneten Dateien und sogar deren Export.

Wer allerdings einen preisgünstigen Adapter von Terratec oder Pinnacle mit Eye TV Lite erwirbt, kann die aufgezeichneten Sendungen nicht schneiden, die Editor-Funktion ist nicht implementiert. Auch wer ein kostenloses Programm wie iTele samt einem sehr günstigen Adapter zum Einsatz bringt, hat mit demselben Dilemma zu kämpfen. Die Aufzeichnung klappt, die Nachbearbeitung geht nicht ohne Weiteres.

Für 20 Euro bietet Apple das Quicktime-Plug-in QuickTime MPEG-2 Wiedergabe an, das das Abspielen von MPEG-2-Daten ermöglicht. Ist das installiert, lässt sich mithilfe des kostenlosen Programms MPEG Streamclip die Werbung aus aufgezeichneten TV-Sendungen entfernen und die erhaltenen Dateien in ein Format der Wahl zur Weiterverarbeitung exportieren. Wer über Apples Final Cut Pro oder DVD Studio Pro verfügt, muss die Komponente nicht anschaffen, sie ist im Lieferumfang enthalten.

Einfach oder kompliziert

Wer den Tubestick von Equinux nutzt, verfügt über die preiswerteste Lösung, kann aber die Aufzeichnung nicht nachbearbeiten. Die Software The Tube speichert die Aufzeichnung nicht als MPEG-2-Transportstream, sondern in einem eigenen Format. Benutzer mit Eyetv Lite oder iTele können immerhin MPEG Stramclip und die Quicktime-Komponente für MPEG-2 nutzen und Aufzeichnungen bearbeiten. MPEG Streamclip eignet sich zum Bearbeiten und zum Export der bearbeiteten Filme. Aus MPEG Streamclip lassen sich bearbeitete Filme in fast jedes Format exportieren, für die DVD-Erstellung, den iPod oder auch Apple TV.

Die Arbeit mit Eye TV 2 allerdings geht bei weitem einfacher von der Hand, zudem bietet das Elgato-Programm bereits Voreinstellungen für die Weiterverarbeitung in allen gängigen Programmen. Wer einen Adapter mit Eye TV Lite besitzt, kann hier für 50 Euro upgraden.

Fazit

Wer häufig Sendungen aufzeichnet, wird schnell nach einer Option suchen, lästige Werbeeinblendungen herauszuschneiden. Ob man nun zu einer preiswerteren oder bequemeren Lösung greift, hängt ganz von der Arbeitsweise und Anforderung des Benutzers ab.

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