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Workshop: Detailtypografische Regeln

27.02.2007 | 13:47 Uhr |

(Detail-)Typografie ist eine der wichtigsten Grundlagen von Printmedien. Auszubildende und Studenten in den Medienberufen lernen das sehr früh. Sie bildet neben Orthografie und Grammatik ein weiteres Regelwerk, ohne das das tägliche Lesen schwer fallen würde und das Design einer Zeitschrift und eines Buches leiden. Dennoch wird sie manchmal sträflich vernachlässigt. Der folgende Artikel listet die wichtigsten Aspekteder Detailtypografie auf.

„Good typography is something everyone sees, but no one notices.“ John Warnock (Adobe). Wer ein Printmedium gestaltet, bleibt irgendwann am Thema Typografie hängen: „Wie war das noch mal …? Die Deutschlehrerin in der Schule …? Der Berufsschullehrer …?“ Erinnert man sich dann an den Namen „Gutenberg“, hat man schon die halbe Miete. Denn tatsächlich gehen auf Gutenberg – der im 15. Jahrhundert den Buchdruck mit beweglichen Lettern erfand – viele Regeln der Typografie zurück.

Registerhaltigkeit

Besser lesbar: Textspalten, die sich am Grundlinienraster orientieren, sind heute nicht mehr selbstverständlich, obwohl alle Layoutprogramme entsprechende Funktionen anbieten. Gerade Tageszeitungen stopfen bei Übersatz einfach mitunter mehr Zeilen in die letzte Spalte.
Vergrößern Besser lesbar: Textspalten, die sich am Grundlinienraster orientieren, sind heute nicht mehr selbstverständlich, obwohl alle Layoutprogramme entsprechende Funktionen anbieten. Gerade Tageszeitungen stopfen bei Übersatz einfach mitunter mehr Zeilen in die letzte Spalte.

Ein wesentliches Merkmal einer gedruckten Seite sind der Satzspiegel und die Registerhaltigkeit des Textes. Gutenberg legte dafür die Grundlagen, indem er die einzelnen, in Blei gegossenen Buchstaben(kegel) in einem Register aus Holz anordnete. Jede Textspalte einer Zeitungsnachricht erhielt ein eigenes hölzernes Fach. Und jede Textzeile der Spalte saß auf einer festen „Linie“ und korrespondierte mit der Textzeile der Nachbarspalte: Die Textzeilen hielten „Register“. Dies wird noch heute praktiziert und lässt sich über die Einrichtung eines Grundlinienrasters in einem Layoutprogramm bewerkstelligen. In mehrseitigen Publikationen unterstützt dies die Lesbarkeit des Textes und schmeichelt dem Auge des Lesers. Ob Gutenberg vor 500 Jahren soweit gedacht hatte?

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