Workshop: Festplatten klonen

30.04.2007 | 13:52 Uhr | Walter Mehl, Stephan Wiesend

Kauft man einen neuen Mac oder tauscht die Festplatte gegen eine andere aus, wäre es schön, die Daten unverändert übertragen zu können. Dafür gibt es Spezialprogramme; manchmal ist aber Software von Apple die bessere Lösung

Festplattenplatz hat man nie genug – vor allem, wenn man intensiv iTunes und iPhoto nutzt oder gar mit Filmen arbeitet. Eine neue Festplatte liefert in einer solchen Situation nicht nur mehr Speicherplatz, sondern ist in der Regel schneller als das ursprüngliche Modell. Um die vorhandenen Daten inklusive Betriebssystem auf die neue Festplatte zu bekommen, benötigt man ein spezielles Programm wie Carbon Copy Cloner oder Super Duper. Beide überwinden die Hürden von Mac-OS X: Sie erzeugen eine neue, startfähige Festplatte; außerdem kann man eine Kopie vom laufendem System erstellen.

Besitzer eines Power Mac oder Mac Pro können die neue Festplatte für den Transfer zusätzlich zur alten Festplatte einbauen; Eigentümer eines iMac oder portablen Rechners stecken die neue Festplatte in ein externes Gehäuse.

Hilfreich ist ein solches KomplettBackup nicht nur bei einem Austausch der Festplatte, sondern auch aus Sicherheitsgründen – bei einem der immer wieder auftretetenden Festplattendefekte startet man den Mac von der Kopie und kann so binnen weniger Minuten ­weiterarbeiten.

Super Duper oder Carbon Copy Cloner

Für die Kopieraktion haben sich zwei Programme bewährt: Super Duper und Carbon Copy Cloner. Es gibt noch einige Dutzend anderer Programme, die startfähige Kopien erstellen können, wie etwa Data Backup, Silverkeeper oder Déjà Vu. Keines davon ist aber so narrensicher zu bedienen wie die beiden zuerst genannten.

Super Duper ist ein Sharewareprogramm, das nach der Registrierung eine Kopie der Festplatte nach einem festgelegten Zeitplan anlegen kann. Ohne den Kauf der Lizenz kann man Festplatten kopieren, aber unter anderem keinen Zeitplan erstellen. Die Bedienung ist trotz englischsprachiger Oberfläche für Computer-Einsteiger machbar: Man wählt in dem Programmfenster sein eigenes, laufendes System als Quelle und ein anderes Volume, zum Beispiel eine externe Festplatte, als Ziel aus. Nach dem Start des Kopierens werden alle Dateien auf das Zielmedium übertragen und zum Schluss die Festplatte bootfähig gemacht.

Super Duper kopiert einige der Metadaten der vorhandenen Dateien, wodurch der Wechsel einer Festplatte einigermaßen problemlos möglich ist. Anders als Carbon Copy Cloner kann man damit Spezialinformationen wie die Zugriffsrechte im ACL-Format („Access Control List“) übertragen. Bei einer Standardinstallation von Mac-OS X sind diese Spezialinformationen aber nicht vorhanden.

Carbon Copy Cloner arbeitet ähnlich, kleinere Unterschiede treten erst bei Spezialfällen auf. Die Bedienung ist so einfach wie bei Super Duper: Man wählt Quelle und Ziellaufwerk aus, dann genügt ein Klick, und Carbon Copy Cloner erstellt eine bootfähige Kopie des Systems.

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