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Würzburger Forscher entwickeln nicht entflammbaren Akku

10.04.2008 | 07:29 Uhr |

Rückrufaktionen wegen ausgelaufener oder sogar brennender Akkus bei Handys, Laptops oder MP3-Spielern könnten bald der Vergangenheit angehören.

Eine Forschergruppe um Kai-Christian Möller vom Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC in Würzburg hat einen üblichen Lithium-Ionen-Akku so verändert, dass er nicht mehr in Flammen aufgehen kann. Der Unterschied zu den seit etwa fünf Jahren eingesetzten Batterien, die besonders haltbar sind und eine hohe Kapazität besitzen: Der neue Energiespeicher hat einen festen, gummiartigen und nicht entflammbaren Kern, wie Möller am Mittwoch in Würzburg erläuterte.

„Dadurch verbessert sich die Sicherheit der Lithium-Ionen-Akkus erheblich“, sagte der Wissenschaftler. Zudem könne der Akku durch seine feste Substanz nicht auslaufen. Der Inhalt der bisher eingesetzten Lithium-Ionen-Batterien sei dagegen flüssig und überhitze leicht. „Millionen von Batterien sind deshalb schon zurückgerufen worden.“ Möller räumte ein, dass noch etwa drei bis fünf Jahre Entwicklungsarbeit nötig seien, bis diese neue Batteriegeneration marktreif sei. Insbesondere die Leitfähigkeit des Energiespeichers müsse noch verbessert werden. Ein Prototyp des neuen Akkus soll auf der Industrieschau Hannover Messe (21.-25. April) vorgestellt werden. Bei ihrer Arbeit verwendeten die Forscher einen Kunststoff (Polymer) aus der Stoffgruppe der sogenannte Ormocere. Das sind Verbindungen mit Silizium-Sauerstoffketten, die ein anorganisches Gerüst bilden, an dem organische Seitenketten hängen. Nach einigen Veränderungen an diesen Verbindungen sei ein Kunststoff entstanden, der vergleichbare Eigenschaften wie die bislang verwendete Akku- Substanz habe, insbesondere mit Blick auf die Haltbarkeit. (dpa)

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