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Wunderland zum Gruseln: Alice

16.08.2001 | 00:00 Uhr |

Von American Mc Gee kommt das First-Person-Spiel, das sich an die Geschichte von Alice im Wunderland anlehnt. Die deutsche Version ist für 75 Mark zu haben, wir werfen einen ersten Blick auf die englische Version.

Die Vorgeschichte beginnt in Alice's Kindheit: Alice liegt mit ihrem Stoffhasen im Bett, als ein Feuer ausbricht. Ihre Eltern warnen sie, aufzuwachen und sich zu retten, aber es sieht nicht danach aus, als käme sie noch heil aus dem Haus. Nächste Szene: Alice liegt wieder im Bett, sieht aber älter aus und bleicher, ihre an den Handgelenken blutigen Arme halten den zerschundenen Stoffhasen und ihr Blick ist wirr.
Weiter geht's im Spiel: Im Wunderland muss Alice dem Hasen folgen, der den Weg kennt und vorausläuft. Er verschwindet in einem Gang, den Alice nur betreten kann, wenn sie schrumpft. Im Vergleich zum Märchen hat sich das Wunderland ziemlich verändert: Alles ist düster, kleine Menschen schleppen schwere Steine auf dem Rücken und über allem Herrscht die böse Herzkönigin, deren Macht Alice brechen will. Auf dem Weg hilft ihr die ausgezeichnet gestaltete Grinsekatze, die ungefragt auftaucht und Tipps gibt. Um sich gegen Feinde zu wehren, erhält Alice zu Beginn ein Messer und ein paar Spielkarten, mit denen sie auf Feinde zielen kann, aber nur, solange ihre magische Energie reicht. Ist diese erschöpft, dauert es eine Zeit, bis sie sich regeneriert, und in dieser Zeit muss Alice mit dem Messer auskommen. Dafür findet sie an einigen Stellen Kelche, die es in sich haben: Nimmt Alice den Kelch auf, spritzt ihr Blut ins Gesicht und Alice fällt, von Schmerz gebeutelt, auf die Knie, steht allerdings gleich wieder auf und mutiert zum Berserker mit Hörnern, Riesenhänden und Krallen. Dieser Zustand vergeht zwar wieder, aber solange er anhält, hat Alice größere Kraft als sonst und schlägt Gegner leichter.

Das Spiel hat mit dem Märchen wenig gemein, zwar verändern sich Welten, während man hindurchläuft und bekannte Kreaturen treten auf und sprechen in Rätseln und die Umgebung ist, aber irgendwie ist alles unheimlich. Auch der Splatter-Teil kommt nicht zu kurz: Wenn Alice einen der Wächter tötet, an denen sie vorbei muss, rollen manchmal deren Köpfe, mal laufen die Beine ohne Oberkörper noch ein Stück weiter, bevor sie umfallen und verschwinden. Zwar nimmt der Comic-Look dem Spiel einiges an Schrecken, aber die Stimmung bleibt gruselig.

Grafisch ist das Spiel schön gemacht, die Quake-3-Engine sorgt für eine gute Darstellung der Landschaften und Charaktere. Die Steuerung (Maus für die Blickrichtung, Bewegung über die Tastatur, Waffenwechsel über die Nummern-Tasten) ist gut zu bedienen. In unserem Test läuft Alice auf einem blau-weißen G3 unter Mac-OS 10.0.4 mit starkem Ruckeln, unter Mac-OS 9.1 läuft es rund.

Fazit:

Das Spiel fesselt uns. Zwar sitzt man immer mit leichtem Misstrauen vor dem Schirm, weil man nicht weiß, was als nächstes kommt und fürchtet, dass das, was kommt, so eklig ist, dass man es lieber doch nicht sehen will. Die fantasievoll gestalteten Welten und die Neugierde halten einen dann doch bei der Stange. Zarte Gemüter sollten das Spielen auf tagsüber verlegen und Kinder sollten die Finger davon lassen. Wer morbide Spiele mag, hat mit Alice garantiert Spass. dc

Info: American Mc Gee

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