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X-Fonts

07.12.2004 | 12:30 Uhr |

Auf den ersten Blick ist die Schriftverwaltung von Mac-OS X gewöhnungsbedürftig, aber dafür bietet das System gegen über dem klassischen Mac-OS diverse Vorzüge im Umgang mit Fonts.

Fonts im Griff: Das Programm Schriftsammlung gruppiert Fonts zu Sammlungen und kann einzelne oder auch ganze Gruppen (de-)aktivieren.
Vergrößern Fonts im Griff: Das Programm Schriftsammlung gruppiert Fonts zu Sammlungen und kann einzelne oder auch ganze Gruppen (de-)aktivieren.
© 2015

von Matthias Zehden

MAC-OS X LEISTET im Schriftbereich deutlich mehr das alte System. Es besitzt zum Beispiel einen leistungsfähigen Font-RIP und erweiterte typografische Funktionen, wodurch sich mit den zahlreichen mitgelieferten Fonts sehr gute Ergebnisse erzielen lassen. Auch für den Einsatz mit fremden Sprachen und nichtromanischen Schriftsystemen ist Mac-OS X bereits ab Werk sehr gut gerüstet. Die Auslegung von Mac-OS X als Multiuser- System bietet zwar eine große Flexibilität, hat aber auch ihre Schattenseiten. So gibt es zum Beispiel nicht nur einen Zeichensatzordner, in dem alle Fonts liegen, sondern mindestens drei und unter bestimmten Umständen sogar noch viel mehr.

Für alle: Der Library-Ordner auf der obersten Ebene enthält das Standardverzeichnis der Fonts für alle Benutzer.
Vergrößern Für alle: Der Library-Ordner auf der obersten Ebene enthält das Standardverzeichnis der Fonts für alle Benutzer.
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Da ist es kein Wunder, dass viele Umsteiger vom klassischen System erst einmal verwirrt sind und froh, wenn sie die gewünschten Schriften überhaupt zu sehen kriegen. Leicht kommt es zu Installationsfehlern, die bewirken, dass ein Font scheinbar verschwunden ist oder man eine falsche beziehungsweise defekte Version nicht wieder loswird. Die Ursache für solche Probleme sind meistens mehrfach oder im falschen Ordner installierte Zeichensätze. Dieses Problem hat auch Apple erkannt und liefert deshalb seit Mac-OS X 10.3 ein leistungsfähiges Hilfsprogramm zur Verwaltung der verschiedenen Fontordner von Mac-OS X mit. Das praktische Utility hilft außerdem bei der Installation von Schriften im jeweils richtigen Ordner, wodurch die häufigsten Fehler im Ansatz schon vermieden werden.

Gewusst, wo

Privates:
Vergrößern Privates:
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Jeder Benutzer besitzt für eigene Schriften noch einen Fontordner in seinem privaten Library- Verzeichnis.Auf der Suche nach einem Font geht Mac-OS X die Möglichkeiten in einer festen Reihenfolge durch. Die erste ist im Privat-Verzeichnis des aktuellen Benutzers. In "/Benutzer/Name/Library/ Fonts" liegen alle Schriften, die speziell für den Benutzer "Name" installiert wurden. Andere User können die hier liegenden Fonts nicht verwenden. Da jeder Benutzer seinen eigenen Ordner für Schriften hat, kann es folglich noch viel mehr als die besagten drei geben. Das nächste Verzeichnis auf der Liste des Systems ist der allgemeine Ordner "/Library/ Fonts". Dort lagernde Schriften stehen allen Benutzern zur Verfügung. Wird ein gleichnamiger Font sowohl hier als auch in einem Benutzerordner installiert, so erhält Letzterer für den jeweiligen Benutzer den Vorzug. Diese Rangfolge führt manchmal zu unerwarteten Ergebnissen, wenn verschiedene Versionen eines Fonts installiert sind.

System: Auch im Library-Ordner des Systems findet sich ein Fontverzeichnis - für Systemschriften.
Vergrößern System: Auch im Library-Ordner des Systems findet sich ein Fontverzeichnis - für Systemschriften.
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Dann erhält der Benutzer mit dem eigenen Font eventuell ein anderes Schrift- bild als alle anderen. Ist andererseits der eigene User-Font defekt, kann man den Font im allgemeinen Ordner hundertmal ersetzen, ohne den Fehler loszuwerden. Auch das hat schon so manchen Mac-OS-X-Anwender der Verzweiflung nahe gebracht. Um den dritten Fontordner braucht sich der Durchschnittsnutzer eigentlich nicht weiter zu kümmern. In "/System/Library/Fonts" liegen die Schriften, die das System selbst benötigt. Von diesem Verzeichnis sollte man einfach die Finger lassen. Um das zu unterstreichen, ha ben normale Anwender hier auch keine Schreibrechte. Für einen vollen Zugriff muss man sich als "Root" anmelden oder im Terminal mit dem "sudo"-Befehl arbeiten.

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