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Xpress 6 steckt in den Startlöchern

19.02.2003 | 15:08 Uhr |

Zwar nennt Quark immer noch nicht Preis und Erscheinungstermin der Neufassung seiner DTP-Software, gewährt aber einen ersten Blick auf das unter Mac-OS X lauffähige Programm.

München/Macwelt - Der von Quark veröffentlichte erste Screenshot der unter Mac-OS X lauffähigen DTP-Software Xpress 6 zeigt den Klassiker im ungewohnten Aqua-Look. Zu den neuen Funktionen hält sich Quark bislang etwas bedeckt und nennt nur zwei Neureungen. Xpress bekommt erstmals mehrfache Undo-Schritte und eine Vorschaufunktion, die die Seite in voller Auflösung zeigt. Eine Erleichterung erhoffen sich die Entwickler dadurch vor allem bei der Bearbeitung von Bildern. In den folgenden Wochen will Quark nach und nach den Schleier etwas mehr lüften und weitere Neuerungen präsentieren, eine ausgefeilte Projektverwaltung hat der Hersteller bereits angedeutet. Zudem will Quark die Verwendbarkeit einiger Menüs durch "eine neue Struktur" verbessert und Kontextmenüs mit um diverse Befehle ergänzt haben. Als Systemanforderungen nennt Quark Mac-OS X 10.2, 128 MB RAM sowie 230 MB Festplattenspeicher.
Wann die Layoutsoftware in den Handel gelangen wird, hat der Hersteller noch nicht gesagt, ebenso wenig stehen die Preise fest. Unserer US-Schwestersite Maccentral nannte Unternehmenssprecher Glen Turpin jedoch einige Details über das Upgrade. Demnach sollen Mitglieder des ServicePlus die Software kostenlos erhalten, genau wie Kunden, die das derzeit laufende Angebot "upgrade to 5, receive 6 free" (siehe Macwelt-Morgenmagazin vom 18.2. ) annehmen. Alle anderen an Xpress 6 Interessierten müssen den vollen Preis bezahlen.

Rückzug aus Ludwigsburg


Eine unter Mac-OS X nativ laufende Version von Xpress hat die Publishing-Szene seit langem erwartet. Deshalb war die Enttäuschung groß, als Xpress 5 nur für das klassische Mac-OS herauskam, obwohl Quark auf der Macworld Expo New York 2001 während Steve Jobs' Keynote eine Alphaversion von Xpress auf einem Mac-OS-X-Rechner vorgeführt hatte.

In den letzten Jahren hatte Quark immer größere Teile seiner Softwareentwicklung nach Indien verlagert. Als Konsequenz hat der Xpress-Hersteller im September seine Niederlassung in Ludwigsburg geschlossen. Wieviele Personen von Stellenstreichungen betroffen sind, ist offiziell nicht bekannt geworden. Ein ehemaliger Quark-Mitarbeiter informierte Macwelt in einem Leserbrief, dass schon vor einiger Zeit etwa 55 Entwickler ihren Job verloren hätten. In Ludwigsburg hätten dann nochmals ungefähr 30 Mitarbeiter im Bereich Verwaltung, Buchhaltung, Productmanagement, IT und Sales ihre Kündigung erhalten.
Es gibt zwar noch Niederlassungen von Quark in München und Hamburg, diese gehörten aber zum Firmenteil Quark Solutions und nicht zur Quark Deutschland GmbH. "Der Support ist schon seit zwei Jahren in der Schweiz! Der Englischssprachige wird sogar gerade aus der Schweiz nach Indien verlagert!", heiß es in der Mail.

Steigende Anzahl an Windows-Nutzern


Während die installierte Nutzerbasis vor allem aus Mac-Anwendern besteht, beträgt der Mac-Anwender-Anteil bei den Neukäufern nur noch 50 Prozent, wie Produktmanager Jürgen Kurz vor einigen Monaten mitteilte. Das Unternehmen sei weiterhin profitabel, gegen Adobe Indesign setze man auf konsistente Benuterführung: Auch Xpress-3-Nutzer kämen problemlos mit Xpress 6 zurecht. Genaue Geschäftszahlen von Quark sind nicht bekannt: Das Unternehmen ist nicht an der Börse notiert und muss keine Geschäftberichte veröffentlichen.

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