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Yahoo-Chef Semel zurückgetreten - Yang neuer Konzernchef

19.06.2007 | 13:13 Uhr |

erry Semel hat nach sechs Jahren an der Spitze des Internet-Riesen Yahoo Inc. sein Amt als Konzernchef niedergelegt. Semel (64) wurde vom Verwaltungsrat durch den Yahoo-Mitgründer Jerry Yang abgelöst.

Dies hat Yahoo am Montag nach Börsenschluss in Sunnyvale (Kalifornien) bekannt gegeben. Yang hatte Yahoo vor zwölf Jahren gemeinsam mit David Filo gegründet. Das Unternehmen sollte ursprünglich Internet-Navigationshilfe leisten. Yang hatte die Gesellschaft zu einem der am meisten besuchten Web-Portale gemacht. Er war langjähriges Mitglied des Yahoo-Verwaltungsrates. Er hatte sich dem Technologiebereich und der Unternehmensstrategie gewidmet. Yang gehört unter anderem auch dem Cisco-Systems-Verwaltungsrat an. Semel, der bisher in Personalunion Unternehmenschef und Verwaltungsratsvorsitzender war, bleibt Leiter des Verwaltungsrates. Er hatte Yahoo nach dem Internet-Debakel auf Vordermann gebracht. Verwaltungsratsmitglied Ed Kozel hob hervor, dass der Umsatz unter Semel seit 2001 um das neunfache auf 6,4 Milliarden Dollar gestiegen sei. Susan Decker, die erst kürzlich die Führung der wichtigen Werbesparte von Yahoo übernommen hatte und die zuvor Yahoo-Finanzchefin war, wurde zur Präsidentin der Gesellschaft ernannt. Sie ist damit nach Yang jetzt Nummer zwei bei Yahoo und für die geschäftlichen Operationen zuständig. Semel war vor allem wegen der seit einiger Zeit nicht mehr im Schnellgang laufenden Yahoo-Geschäfte unter Aktionärsdruck gekommen. Yahoo war gegenüber dem viel schneller wachsenden und besser verdienenden Hauptkonkurrenten Google in den vergangenen Jahren in Rückstand geraten. Die Yahoo-Aktien legten nachbörslich um 3,56 Prozent auf 29,12 Dollar zu. Sie waren damit insgesamt mehr als 38 Milliarden Dollar wert. Die Google-Aktien haben hingegen bei einem Kurs von 515,20 Dollar einen Gesamtwert von 160,5 Milliarden Dollar. Semel nannte Yang einen Internet-Visionär und die neuen Yahoo-Spitzenmanager Yang und Decker ein «unschlagbares Team». Semel betonte in einem Schreiben an die anderen Verwaltungsratsmitglieder, dass natürlich niemand mit den jüngsten finanziellen Leistungen des Unternehmens zufrieden sei. Yahoo habe aber weiterhin enorme fundamentale Stärken. Yahoo erhöhte den Umsatz im ersten Quartal 2007 nur noch um sieben Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar. Der Gewinn fiel um elf Prozent auf 142 Millionen Dollar. Google, der weltgrößte Internet- Suchmaschinenbetreiber, steigerte den Quartalsgewinn hingegen gegenüber dem entsprechenden Vorjahresabschnitt um 69 Prozent auf 1,0 Milliarden Dollar. Der Umsatz erhöhte sich um 63 Prozent auf knapp 3,7 Milliarden Dollar. Google kam im ersten Quartal nach Branchenschätzungen in den USA bei Internetsuchen auf einen Anteil von 48 Prozent gegenüber 28 Prozent für Yahoo und elf Prozent für Microsoft. (dpa)

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