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Yahoo-Verwaltungsrat im Amt bestätigt - Kritiker Icahn nominiert

04.08.2008 | 12:28 Uhr |

Nach dem milliardenschweren Übernahmekampf mit dem Softwareriesen Microsoft haben die Aktionäre des Internetkonzerns Yahoo die Unternehmensführung mit deutlicher Mehrheit im Amt bestätigt.

Auf der mit Spannung erwarteten Hauptversammlung wurden alle neun Mitglieder des Verwaltungsrates inklusive Konzernchef Jerry Yang mit mindestens 78 Prozent der Stimmen wiedergewählt. In das künftig auf elf Sitze erweiterte Gremium zieht zudem der kritische Großaktionär Carl Icahn zusammen mit zwei Interessensvertretern ein.

Erst vor zwei Wochen hatte sich Yang mit seinem zuletzt schärfsten Gegner Icahn auf einen Kompromiss geeinigt. Der als Firmenjäger bekannte US-Milliardär gab für seinen Einzug in den Verwaltungsrat seinen Plan zum Sturz des gesamten Gremiums auf. Um Platz für Icahn zu machen, soll einer der am Freitag wiedergewählten Verwaltungsräte noch in dieser Woche seinen Platz räumen. Der Kompromiss nahm vielen Kritikern Yangs den Wind aus den Segeln. Die Hauptversammlung im kalifornischen San Jose verlief nach den vorher massiven Angriffen und Rücktrittsforderungen überraschend friedlich.

Der streitbare Investor Icahn will aber nach wie vor ein Geschäft mit Microsoft durchsetzen. Yahoo-Verwaltungsratschef Roy Bostock verteidigte vor den Aktionären erneut die mehrfachen Absagen an Microsoft. Am Ende habe Microsoft seine Offerte über 33 Dollar je Yahoo-Aktie zurückgezogen. Dieses Angebot hatte ein Gesamtvolumen von mehr als 45 Milliarden Dollar (29 Mrd Euro). Die Yahoo-Aktie lag zuletzt mit 19,80 Dollar weit unter der Offerte. Ursprünglich sollte in den Verwaltungsrat auch der Ex-Chef des Internetportals AOL, Jonathan Miller, einziehen. Die AOL-Mutter Time Warner verweigerte dies Miller aber am Freitag aus Wettbewerbsgründen unter Verweis auf dessen früheren Vertrag. Zuletzt war mehrfach über ein Zusammengehen von Yahoo mit AOL spekuliert worden. Auch Microsoft führt Medienberichten zufolge nach der gescheiterten Übernahme von Yahoo Gespräche mit AOL. Hintergrund des Übernahmekampfs ist der Wettlauf im boomenden Geschäft mit Werbeanzeigen rund um die Internet-Suche. Microsoft liegt abgeschlagen auf Platz drei und wollte mit der Nummer zwei Yahoo den dominanten Suchmaschinen-Konzern Google angreifen. Inzwischen kooperiert Yahoo stattdessen teilweise mit Google. (dpa)

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