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Yahoo bastelt an eigenem Musik-Download-Dienst

05.02.2004 | 10:49 Uhr |

Der Portalbetreiber Yahoo plant offenbar den Einstieg in den Markt für Musik-Downloads.

Wie US-Medien unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise berichten, hat das Unternehmen dazu bereits im Dezember vergangenen Jahres das Startup Mediacode übernommen. Das Team - zu dem auch zwei Gründungsmitglieder des (von AOL übernommenen) Winamp-Erfinders Nullsoft gehören - soll Yahoo bei der Entwicklung eines eigenen Media-Players und einer Jukebox-Software helfen.

Daneben, so wird berichtet, habe das Unternehmen Gespräche mit Musicmatch.com aufgenommen, die in einer Übernahme des Download-Service enden könnten. Auch eine Reihe anderer Anbieter, darunter Buymusic.com und Napster-Betreiber Roxio hätten sich in den vergangenen Monaten mit Yahoo-Managern getroffen. Offiziell wurden diese Pläne jedoch nicht bestätigt.

Derzeit besteht Yahoos Engagement in Sachen Musik in erster Linie aus Streaming-Audio- und Video-Angeboten auf dem Musikportal Launch.com. Die Company hatte dazu im Juni 2001 für zwölf Millionen Dollar den Webcasting-Anbieter Launch Media übernommen. Musik-Downloads hingegen hatte das Yahoo-Management bislang als reines Verlustgeschäft bezeichnet. Auch bereits aktive Anbieter räumen ein, dass die Gewinnmarge in dem Bereich verschwindend gering sei und die Einnahmen von Lizenzgebühren an Musik-Labels, Betriebskosten und Gebühren für Kreditkartenüberweisungen aufgefressen werden. Selbst Apple, das über eine Kooperation mit America Online (AOL) zum Marktführer aufstieg, erzielt noch keine Gewinne. Das Geschäft rechnet sich unter dem Strich lediglich durch den Verkauf seiner iPod-Player.

Insider-Informationen zufolge stellt sich für Yahoo allerdings weniger die Frage, wie viel es in diesem noch jungen Geschäft verdienen könnte, sondern wie teuer ein Fernbleiben wäre. So liefe der Portalbetreiber über kurz oder lang Gefahr, Mitglieder an die Konkurrenz, etwa AOL oder Real Networks, zu verlieren. Diese erklären unisono, bei wachsender Nachfrage würden die Dienste profitabel. Bis dahin könnten sie die Verluste mit verwandten Services, etwa dem Verkauf von Konzert-Tickets oder Fan-Artikeln, in Grenzen halten. (mb)

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