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Yahoo lässt Microsoft-Ultimatum verstreichen - Zukunft unklar

28.04.2008 | 13:07 Uhr |

Der Internet-Konzern Yahoo hat das Übernahme- Ultimatum von Microsoft am Wochenende verstreichen lassen. Der Windows-Riese hatte Yahoo drei Wochen Zeit bis Samstag gegeben, freiwillig einer Übernahme zuzustimmen.

Jetzt kann sich Microsoft wie angedroht mit einem feindlichen Angebot direkt an die Yahoo- Aktionäre wenden. Ob es tatsächlich soweit kommt, gilt aber als offen. Laut US-Medienberichten gibt es inzwischen auch bei Microsoft Widerstände gegen den Deal. Microsoft hatte eine Entscheidung über das weitere Vorgehen zuletzt für die kommenden Tage angekündigt.

Yahoo und wichtige Aktionäre fordern nach eine kräftige Anhebung des Microsoft-Angebots. Bei Vorlage im Februar war es mit einem Wert von knapp 45 Milliarden Dollar bei 31 Dollar je Aktie angesetzt. Da der Vorschlag auch einen Aktientausch vorsieht und der Kurs der Microsoft-Aktie seitdem gesunken ist, liegt der Preis derzeit etwa unter 30 Dollar. Die Vorstellungen der Yahoo-Aktionäre gingen in Richtung 35 Dollar je Aktie, berichtete das «Wall Street Journal» am Wochenende. Microsoft sei höchstens zu einer leichten Anhebung bereit gewesen. Ein Teil des Managements habe inzwischen Zweifel an den Fusionsplänen.

Microsoft-Chef Steve Ballmer lehnte öffentlich eine Erhöhung des Angebots ab und drohte, die Übernahmepläne fallenzulassen. Beobachter rechnen für diesen Fall mit einem Einbruch der Yahoo-Aktie. Am Freitag schloss sie bei 26,80 Dollar, vor dem Microsoft-Vorstoß hatte sie unter 20 Dollar notiert.

Microsoft will mit der Yahoo-Übernahme die Dominanz des Rivalen Google bei Online-Suche und Internet-Werbung brechen. Yahoo sucht nach alternativen und verhandelt mit möglichen anderen Partnern wie Google, dem Online-Portal AOL und dem Medienmogul Rupert Murdoch. Bisherige unverbindliche Gespräche zwischen Microsoft und Yahoo hatten keine Fortschritte gebracht. Die Wall Street rechnet überwiegend mit einem Erfolg Microsofts, aber womöglich doch zu einem leicht höheren Preis. Es wäre der bisher mit Abstand teuerste Zukauf in der Geschichte des weltgrößten Software-Konzerns. (dpa)

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