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Yahoo soll Nazis die Leitung kappen

11.08.2000 | 00:00 Uhr |

Ein Pariser Gericht will an diesem Freitag darüber
entscheiden, ob der US-Konzern Yahoo Inc notfalls durch Bußgeld zur
Sperrung einer Nazi-Website für französische Internet-Surfer
gezwungen werden kann.

Bereits am 22. Mai hatte der zuständige französische Richter der
in Kalifornien ansässigen Gruppe eine Frist bis zum 24. Juli gegeben,
um entsprechende Vorschläge zu unterbreiten. Yahoo hatte jedoch
erklärt, es gebe keine ausreichend zuverlässigen Filter für derartige
Zugangs-Beschränkungen.

Auf der Web-Seite, die nur in den USA angeboten wird, können
Interessierte unter anderem Nachbildungen der in KZ-Lagern
eingesetzten Giftgas-Behälter mit dem Aufdruck Zyklon B oder Nazi-
Memorabilien kaufen. Sie ist auch für französische Internet-Surfer
zugänglich. Zwei antirassistische französische Vereinigungen hatten
deswegen eine technische Sperre oder die Androhung eines Zwangsgeldes
gegen Yahoo von 200 000 Euro (391 000 Mark) pro Tag verlangt. Der
Staatsanwalt, der weitere Expertisen gefordert hatte, sprach sich
ebenfalls für ein Bußgeld aus - auch für die Zeit, in der diese
Expertisen erstellt werden. Es galt am Donnerstag als unklar, ob auch
der Richter sich dieser Forderung anschließen wird.
dpa

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