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Yahoo und Google testen Werbe-Kooperation - Trumpf gegen Microsoft

10.04.2008 | 10:28 Uhr |

Der Internet-Konzern Yahoo testet mit dem Rivalen Google eine Kooperation bei Online-Werbeanzeigen. Die zunächst befristete Aktion gilt als Probelauf für eine mögliche weitergehende Zusammenarbeit, teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit.

Eine enge Kooperation mit Google könnte Yahoo bei der Abwehr einer bislang unerwünschten Übernahme durch den Softwareriesen Microsoft helfen. Dieser kritisierte die geplante Kooperation zwischen den beiden Internet-Konzernen am Abend scharf.

Laut Yahoo soll der Test bis zu zwei Wochen dauern und sich auf einen kleinen Teil der Suchanzeigen auf der US-Website von Yahoo beschränken. Maximal drei Prozent aller Suchanfragen seien in den Versuch einbezogen. Beide Seiten wollen damit das Geschäftspotenzial einer umfassenderen Auslagerung der suchbasierten Werbeanzeigen von Yahoo zu Google abschätzen. Googles Netzwerk und Technologie hinter den Werbeanzeigen bringt bisher höhere Umsätze als bei Wettbewerbern wie Yahoo und Microsoft. Microsoft warnte in einer Stellungnahme, eine dauerhafte Zusammenarbeit der beiden Unternehmen brächte Google bei Suchanzeigen einen Marktanteil von mehr als 90 Prozent. Eine solches Abkommen würde den Wettbewerb daher dramatisch einschränken. Im Gegensatz dazu würde die angestrebte Übernahme von Yahoo durch Microsoft für mehr Wettbewerb sorgen, betonte der Softwarekonzern erneut. Microsoft werde nun alle seine Optionen genau prüfen.

Der Konzern will mit dem Kauf die bereits bestehende Dominanz von Google bei Internet-Suche und Online-Werbung brechen. Microsoft hatte Yahoo erst vor wenigen Tagen ein Ultimatum für eine gütliche Einigung noch im April gestellt. Andernfalls drohe eine feindliche Übernahme zu einem niedrigeren als dem bisher gebotenen Preis. Yahoo lehnte daraufhin die Offerte von ursprünglich knapp 45 Milliarden Dollar (29 Mrd Euro) erneut als zu niedrig ab. Microsoft will mit dem Kauf die Dominanz von Google bei Internet-Suche und Online-Werbung brechen. (dpa)

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