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You Tube war gestern, morgen kommt Joost

09.02.2007 | 14:51 Uhr |

Joost will das Internetfernsehen revolutionieren. Was wir als ungares "Venice Project" bereits im letzten Herbst vorgestellt hatten, nimmt mehr und mehr Gestalt an: Der nächste große Wurf der Kazaa- und Skype-Gründer Janus Friis und Niklas Zennstrom hat inzwischen nicht nur einen Namen erhalten, Joost, sondern läuft in einer ersten Alpha-Version auch bereits auf dem Mac.

Zwar können sich die nur ausgewählte Tester herunterladen, nächste Woche aber soll bereits die Betaphase starten. Um was es bei Joost geht? Um Internetfernsehen - in einer völlig neuen Dimension.

Schon lange sagen Visionäre das allmähliche Zusammenwachsen von Fernsehen und Computer voraus. Apple versucht mit seinem digitalen Medienhub Apple TV, den Computer mit dem Fernseher zu verbinden. Joost hingegen schlägt den entgegengesetzten Weg ein: Der Dienst holt das Fernsehen auf den Computer.

Von Computer zu Computer

Was Friis und Zennstrom anpacken, basiert für gewöhnlich auf Peer-to-Peer-Technik (P2P). In einem P2P-Netzwerk gibt es keine Server, alle verbundenen Rechner haben die gleichen Rechte und können Dienste in Anspruch nehmen, müssen aber auch Aufgaben erledigen. Kazaa funktioniert nach diesem Prinzip, Skype ebenfalls und nun eben auch Joost. Sobald sich ein Anwender die Software heruntergeladen hat, kann er auf seinem Computer fernsehen - ohne eine Fernsehkarte, dafür aber auch nicht das normale Programm. In Joost sind die angebotenen Kanäle im Grunde nur Playlisten mit aneinander gereihten Videos, unterbrochen von Werbung, die den kostenlosen Dienst finanziert. In einer späteren Phase des Projekts sollen dann allerdings auch Live-Kanäle möglich sein.

Inspiration Fernseher

Alles kommt aus dem Internet: Allerdings liefern nicht etwa die Anwender, sondern vielmehr professionelle Studios und Fernsehanstalten das Programm. Das P2P-Netz soll lediglich dafür sorgen, dass große Datenmengen zuverlässig weitertransportiert werden und in jedem Haushalt landen. Die Betreiber versprechen, die Bedienung des Angebots so stark wie möglich an die eines Fernsehers anzulehnen. Neben den verschiedenen Kanälen wird es anscheinend auch eine virtuelle Programmzeitschrift geben, aber noch mehr: Bewertungsfunktionen und einen Chat beispielsweise, in dem sich die Zuschauer miteinander austauschen können. Über die Internetseite des Projekts kann man sich bereits für die Betaphase anmelden.

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