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You Tube will rechtsextreme Videos löschen

30.08.2007 | 11:09 Uhr |

Google will Videos mit rechtsextremen Inhalten von der Seite You Tube löschen. Das sagte Google-Sprecher Kay Oberheck der Seite stern.de und reagierte damit auf zunehmende Kritik.

„Wir distanzieren uns (...) in aller Entschiedenheit von volksverhetzenden Inhalten auf YouTube“, sagte Kay Oberheck in einem Interview mit stern.de Oberheck verwies auf das bereits bestehende Kontrollsystem, nach dem You-Tube-Mitarbeiter das Videomaterial sichten und bei Regelverstößen von der Plattform löschen würden.

„Wir unterstützen staatliche Ermittlungsbehörden wie zum Beispiel die Polizei in derartigen Fällen - wie in der Vergangenheit werden wir das natürlich auch in den nun vorliegenden Fällen machen“, so Oberheck. Nach Ansicht des Google-Sprechers hat sich das Beschwerdesystem von You Tube in der Vergangenheit „als sehr wirkungsvoll“ erwiesen. „Nichtsdestotrotz erkennen wir, dass kein System perfekt ist und wir hart daran arbeiten müssen, es noch engmaschiger zu gestalten“, sagte Oberheck.

You Tube ist wegen rechtsextremer Inhalte in letzter Zeit heftig kritisiert worden. Das ARD-Magazin „Report Mainz“ hatte gezeigt, wie Neonazis ihre Videos über die Plattform verbreiten. Die Reporter fanden unter anderem den NS-Propagandafilm „Jud Süß“ sowie Musikvideos der Rechtsrock-Band „Landser“.

Politiker wollen eingreifen

Deutsche Politiker wollen die Problematik im Bundestag behandeln. „Wenn die Betreiber nicht schleunigst auf das Problem reagieren, wird sich der Bundestag damit beschäftigen müssen“, sagte der FDP-Kulturpolitiker Hans-Joachim Otto dem Berliner Tagesspiegel.

Der Zentralrat der Juden überlegt indes, eine Strafanzeige wegen Beihilfe zur Volksverhetzung zu stellen. Ein juristisches Verfahren gegen You Tube dürfte jedoch problematisch werden, da sich Firmensitz und Computerserver in den USA befinden. „In Amerika ist die Verbreitung von rechtsradikalem Material nicht strafbar, daher können wir dort nicht eingreifen“, sagte Ralf Meyer von der Hamburger Polizei dem Tagesspiegel.

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