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Youtube "Unstaged" als Verkaufskonzept

14.12.2011 | 16:25 Uhr |

Seit gestern zählt Youtube "Unstaged" ein Konzert mehr, und zwar von dem ukrainischen Künstler Svyatoslav Vakarchuk

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Youtube startete das Projekt " Unstaged " im Juli 2010, gedacht wurde die Initiative für Musiker und Live-Aufnahmen ihrer Konzerte. Bis jetzt haben sich nur einige wenige der bekannten Bands für die kostenlose Übertragung ihrer Konzerte entschieden. Zum Beispiel, spielten im vergangenen Jahr "Arcade Fire", " Coldplay ", "Duran Duran" neben den zahlenden Konzertbesuchern auch für das Internet-Publikum. Die meisten Projekte wurden von Unternehmen wie American Express oder Vevo mitfinanziert.

Von einer komplett anderen Seite ist der ukrainische Sänger Vakarchuk an das Projekt "Unstaged" herangegangen. Das erste Live-Konzert zu seinem Album "Brussels" wurde in einem TV-Studio exklusiv für Youtube " Unstaged " gespielt. Gleich nach der Übertragung startete auch der Album-Verkauf. Interessanterweise verkauft der Ukrainer bis jetzt die neuen Titeln nicht auf einer CD oder DVD, man kann das Album auf der Webseite des Künstlers entweder komplett oder als einzelne Lieder herunterladen. Es bleibt abzuwarten, ob das auf diese Weise vertriebene und vermarktete Album ein Verkaufserfolg wird. Während der Live-Übertragung des Konzerts haben über 65 Tausend Nutzer eingeschaltet, über die Nacht hat das knapp zweistündige Video mehr als Tausend "Page Views" gesammelt.

Streit um Nutzungsrechte auf Youtube

Dass Youtube eine effiziente Vermarktungs-Plattform geworden ist, haben schon längst die größten Verleih-Firmen begriffen. Mittlerweile monetisieren sie sogar die gemeinfreien Werke, die eigentlich frei nutzbar sein sollen. So hat in den USA Carl Malamud Auf einen interessanten Streit hingewiesen. Er konnte zeigen, dass große Musik- und Film-Verleih-Firmen die Rechte an Filmen beanspruchen, die von der US-Regierung in Auftrag gegeben und bezahlt wurden. Obwohl diese Filme damit weltweit genutzt werden dürfen ("gemeinfreie Werke"), seien sie auf Youtube als "urheberrechtlich geschützt" markiert und die Firmen bekämen damit das Recht, Werbung neben diesen Filmen auf Youtube einzublenden.

Einspruchsmöglichkeiten gegen diese illegalen Eigentümer- und Nutzungsansprüche auf Youtube gibt es nicht. Malamud will jetzt die US-Gerichte bemühen, um wenigstens in den USA eine Klärung der Rechte herbei zu führen.

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