978365

ZFS kommt für den Leoparden

08.10.2007 | 10:53 Uhr |

Gerüchte um das ZFS-Dateisystem und dessen Integration in Mac-OS X 10.5 gab es in der Vergangenheit zahlreiche, jetzt allerdings steht fest: Zwar wird Leopard das Dateisystem zunächst nur rudimentär unterstützen, für die Zukunft aber hat Apple deutlich mehr damit vor. Entwicklern der Apple Developer Connection (ADC) hat der Hersteller am Mittwoch eine neue Vorversion der Treiber ausgehändigt und neue Details genannt.

Für die Entwicklung des ZFS zeichnet Sun Microsystems verantwortlich. Der Chef der Firma, Jonathan Schwartz, ging Anfang Juni dieses Jahres kurz vor Beginn der WWDC mit einer spektakulären Neuigkeit an die Öffentlichkeit: Apple werde sich von seinem bisherigen Standard-Dateisystem HFS+ verabschieden. Auf der Apple-Entwicklermesse folgte dann allerdings die große Enttäuschung . Steve Jobs verlor über das angebliche Leopard-Feature kein Wort und in den anschließenden Sessions wurde klar: Mac OS X 10.5 wird das ZFS-Format nur lesen, aber keine damit formatierten Datenträger beschreiben können - geschweige denn, sie als Startlaufwerke verwenden. Doch nun steht fest, dass Apple mehr Interesse an dem 128-Bit-System hat. AppleInsider berichtet , der Hersteller habe am Mittwoch ein "ZFS on Mac OS X Preview 1.1" an ADC-Mitglieder ausgegeben. In der zugehörigen Dokumentation bestätige Apple, dass die finale Version Mac OS X 10.5 lediglich Schreibzugriff auf das System biete. Wer allerdings die Vorversion 1.1 installiert, kann ZFS-Pools und Dateisysteme erstellen und verwalten sowie Daten schreiben. Vorteile würden sich im Vergleich zu HFS+ nicht nur beim Einsatz auf großen Serversystemen ergeben. Auch für dem Privatanwender könnte das System einige Vorteile bieten, das von sich behauptet, radikal alte Zöpfe abzuschneiden . Mehrere Festplatten lassen sich in einem Pool bündeln und als ein einziges Volume anzeigen - installiert man eine neue Platte, wächst der Pool einfach mit. Innerhalb jedes Pools lassen sich logische Partitionen definieren, deren Größe der Anwender ändern kann, ohne sie zuvor deaktivieren zu müssen. Zudem kann das ZFS wie ein RAID-System ohne Zwischenspeicher auf mehrere Festplatten gleichzeitig schreiben, so ist man stets gegen Datenträger-Ausfälle gewappnet. Auch inkrementelle Sicherungen sieht ZFS vor. Korrupte Daten repariert das System mit Hilfe von Prüfsummen im laufenden Betrieb selbstständig, Datenkonsistenzfehler sollen damit der Vergangenheit angehören. Noch ist nicht klar, ob ZFS wirklich als Nachfolger von HFS+ gedacht ist oder Apple das System nur als Alternative betrachtet, vielleicht für seine Server-Produktlinie. Sicher aber ist nun: Die Portierung, an der der Mac-Hersteller anscheinend alleine arbeitet, geht weit über die Integration in Leopard hinaus.

0 Kommentare zu diesem Artikel
978365