Von Stephan Wiesend - 06.03.2007, 13:04

Zehn Dinge, die ich Apple übel nehme - eine Polemik

Apple ging es nie besser als heute. Steve Jobs Unternehmen ist Liebling der Börse und der Medien. Dabei steht dem Mac-Hersteller mit Windows Vista die größte Herausforderung seit Langem gegenüber. Wir nutzen die Fastenzeit, um einige Entscheidungen Apples der letzten Jahre kritisch zu betrachten.

Dank iPod und iPhone ist Apple bei Kunden, Presse und Finanzfachleuten äußerst beliebt und in allen Medien präsent. Viele Nutzer und Journalisten missverstehen jedoch langjährige Mac-Nutzer oft als kritiklose Steve-Jobs-Fans, obwohl die schärfste Kritik an Apple-Produkten von Seiten der Mac-Besitzer selbst kommt. Der Macianer unterscheidet genau zwischen der Mac-Plattform und Apple. Die Plattform Mac macht nicht nur Apple aus, sondern basiert auf einer Fülle an Hardwareherstellern, die mit dem Mac kompatible Geräte bauen, Softwareherstellern, die Programme schreiben und Anwendern, die in Internetforen oder bei Freunden und Nachbarn kostenlos Supportdienste erfüllen. Apple ist dagegen ein Unternehmen, das Entscheidungen trifft, die für die Plattform nicht immer ideal sind. Wir wollen einige Beispiele nennen:

USB 2.0 mit eingebauter Bremse

Firewire ist seit 1999 Apples schnelle Schnittstelle für externe Peripherie, das in der Windows-Welt propagierte USB 2.0 hat Apple erst sehr spät in die Macs integriert, im Jahre 2003. Aber noch immer behandelt Apple aktuelle USB-Schnittstellen in seinen Rechnern etwas stiefmütterlich behandelt. Während aktuelle Windows-PCs externe USB-Festplatten mit Datenraten von bis zu 30 MB pro Sekunde füllen können, ist die gleiche Platte am Mac plötzlich nur noch halb so schnell. Nur etwa 12 bis 14 MB pro Sekunden schafft etwa ein Macbook. Da es immer weniger DVD-Brenner oder Festplatten mit Firewire-Schnittstellen gibt, sollte Apple endlich schnellere USB-Treiber entwickeln.

Schlechte Unterstützung alter Macs

Auch Vista lässt sich auf älteren Rechnern installieren und mit Einschränkungen betreiben. Aufwendige Grafikeffekte, wie sie der Aero-Layer bereithält, kann man wie bei Windows XP einfach deaktivieren, was bequemes Arbeiten auf älteren Rechnern erlaubt. Die Möglichkeit der Einschränkung auf das Wesentliche bietet Mac-OS X leider nicht. Mehr noch, mit Version 10.4 Tiger integrierten die Entwickler aus Cupertino Dashboard und Spotlight ins System. Beides sind nützliche Funktionen - aber leider auch sehr speicherhungrige. Die Deaktivierung ist nicht vorgesehen, weshalb alte Rechner mit 256 oder 512 MB Arbeitsspeicher deutlich langsamer als unter Mac-OS X 10.3 laufen. Natürlich kann man einfach einen schnelleren Mac kaufen, nicht jeder Macianer kann oder will sich das leisten. Auch Mac-OS X 10.5 wird voraussichtlich nicht sparsamer mit Ressourcen umgehen.
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