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Zehn Jahre iTunes Store

25.04.2013 | 09:00 Uhr |

Am Sonntag feiert Apples Medienangebot Jubiläum: Der iTunes Store ging am 28. April 2003 online, zunächst nur in den USA.

Der iTunes Store wird zehn Jahre alt: Am 28. April 2003 stellte Steve Jobs das Downloadangebot bei der Präsentation des iPod der dritten Generation erstmals der Öffentlichkeit vor . Zunächst nur in den USA - Großbritannien, Frankreich und Deutschland folgen als nächste Niederlassungen erst im Sommer 2004 - gab es mit dem iTunes Store die Antwort auf das drängende Problem der illegalen Downloads. Lange hatten sich die Rechteinhaber gesträubt, doch konnte Apple in langwierigen Verhandlungen die damals noch fünf Industriegrößen (Universal, Warner, Sony, Bertelsmann und EMI) von einem einfachen Modell überzeugen: Jeder Song sollte einheitlich 99 Cent kosten, jedes Album 9,99 US-Dollar. Erstmals konnten Musikliebhaber Musik aus einer großen Bibliothek legal direkt aus dem Netz beziehen - und mussten keine CDs mehr auf ihren Rechner kopieren, um sie auf den iPod überspielen zu können.

Das Angebot war anfangs überschaubar, gerade einmal 200.000 Songs standen zur Verfügung, nach und nach weitete der iTunes Store sein Angebot jedoch aus. Viele unabhängige Labels kamen hinzu und immer mehr Bands gaben ihren Widerstand gegen den digitalen Vertrieb auf. Metallica, Red Hot Chili Peppers , die Beatles und zuletzt AC/DC ließen sich davon überzeugen, dass der iTunes Store ihnen mehr nutzen als schaden würde. Vorbehalte bestanden vor allem gegen die Möglichkeit, einzelne Songs zu kaufen, doch gab es auch Bedenken um den Schutz der digitalen Musik vor unerlaubten Kopien. Apple führte daher mit dem iTunes Store ein " Fairplay " genanntes Rechtesystem ein: Im Store gekaufte Songs ließen sich auf höchsten drei unterschiedlichen Rechnern abspielen und auf beliebig vielen iPods. Recht auf Privatkopie räumte Fairplay ein, nur konnte man ein und dieselbe Wiedergabeliste mit Kaufmusik zunächst nicht öfter als siebenmal brennen. Nachteil des DRM: Wer sich für den iTunes Store als Bezugsquelle seiner Musik entscheiden hat, konnte nicht so leicht wechseln, den DRM-Schutz zu entfernen, verboten die Nutzungsbedingungen. Apple brachte das Kritik ein, die Firma würde ihre Kunden in einen "goldenen Käfig" sperren - ein offener Brief aus dem März 2007 änderte die Situation grundlegend. Jobs' " Gedanken über Musik " hatten zur Folge, dass sich die Musikindustrie erweichen ließ, im iTunes Store Musik auch ohne Kopierschutz anzubieten - Apple musste dafür aber den Einheitspreis aufgeben, aktuelle Titel sind seither in der Regel teurer.

Der iTunes Store ist heute nicht mehr nur Vertriebskanal für Musik und Musikvideos, sondern bietet auch Filme (seit 2006), Fernsehserien, (Hör-)Bücher und in seiner Unterkategorie App Store auch Programme für iOS-Geräte an. Laut Apple umfasst das Angebot heute mehr als 35 Millionen Songs und 10.000 Musikvideos, 60.000 Filme zum Verleih oder Verkauf sowie 190.000 TV-Shows. Hinzu kommen mehr als 850.000 Apps. Der iTunes Store ist in 119 Ländern verfügbar, Apple hat mehr als eine halbe Milliarde Konten registriert. Da der iTunes Store am bequemsten mit Kreditkarte funktioniert, sollte Apple also auch über die weltweit größte Sammlung von Kreditkartendaten verfügen - von ernsten Sicherheitsproblemen blieb der iTunes Store bisher verschont.

Das Wachstum ist beinahe exponentiell: Im Februar 2013 zählte Apple 25 Milliarden Song-Downloads, die erste Milliarde war erst im Februar 2006 erreicht, zehn Milliarden waren es im Februar 2010.

Im iTunes Store hat Apple noch einmal alle Meilensteine aus zehn Jahren zusammengetragen inklusive der Charterfolge der letzten zehn Jahre.

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