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Zeitung: Google-Handy bereits als Prototyp verfügbar

03.08.2007 | 10:33 Uhr |

Die Spekulationen um den Einstieg von Google in das Handy-Geschäft reißen nicht ab. Neues Futter liefert das "Wall Street Journal": Demnach könnte das Google-Handy innerhalb eines Jahres auf den Markt kommen, erste Prototypen sollen bereits Netzbetreibern zugegangen sein.

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Bislang verlässt sich Google auf sein angestammtes Geschäft im Internet. Einen Grund zum Wechsel gibt es nicht, die Werbegelder für Online-Anzeigen fließen weiter unvermindert - und zum großen Teil direkt auf das Konto von Google. Dennoch reißen die Spekulationen nicht ab, dass Google mit einem eigenen Handy in das Mobilfunkgeschäft einsteigen will - auch hier soll das Geld mittels Werbung verdient werden. Das " Wall Street Journal " will nun heraus gefunden haben, dass das Google-Handy (das lange Zeit dementiert wurde), mittlerweile so weit fortgeschritten sei, dass das Unternehmen Mobilfunkanbietern erste Prototypen zur Begutachtung zur Verfügung gestellt habe. Darunter beispielswesie T-Mobile USA und Verizon Wireless.

Laut Zeitung könnte das Handy innerhalb des kommenden Jahres auf den Markt kommen, Anwender müssten zudem keine monatliche Gebühr zahlen. Finanziert werden soll das Angebot über Werbeeinnahmen, die über in das Handy integrierte Anwendungen wie Browser, Mail und Suchmaschine realisiert werden.

Google wollte den Zeitungsbericht gegenüber dem IDG News Service nicht kommentieren, bestätigte aber, dass das Unternehmen daran arbeite, seine Web-Anwendungen auf den Mobilfunkbereich ausweiten zu wollen. "Wir arbeiten weltweit mit Betreibern, Herstellern und Content-Anbietern zusammen, um die Google-Suche und andere Google-Anwendungen für Handy-Nutzer bereitstellen zu können", so Google-Sprecher Michael Kirkland. "Was wir von unseren Nutzern und Partnern hören ist, dass sie die Google-Suche und -Anwendungen auf dem Handy haben möchten und wir arbeiten sehr hart daran, dies zu verwirklichen", so Kirkland weiter.

Es ist anzunehmen, dass es sich bei dem Google-Handy (so es denn kommen sollte) nicht um eine Eigenentwicklung des Konzerns handeln wird. Vielmehr dürfte ein mehr oder weniger bekannter Hersteller für die Hardware-Plattform zuständig sein, während Google die Software beisteuert. Nichtsdestotrotz wird es interessant sein, zu sehen, wie ein solches werbefinanziertes Modell auf dem Handy funktionieren soll. Anwender dürften kaum davon begeistert sein, vor jedem Gespräch einer Werbung zu lauschen oder diese auf dem Handy-Display ansehen zu müssen. Hier muss Google also diskret vorgehen, um potenzielle Nutzer nicht von vorneherein zu vergraulen. Zudem ist der Mobilfunk in den letzten Jahren derart günstig geworden, dass viele Anwender wohl lieber einen kleinen Preis für ihre Handy-Gespräche zahlen werden, als Werbung zu tolerieren - vom Datenschutz einmal völlig abgesehen.

Abzuwarten bleibt auch, wie Mobilfunkprovider auf ein solches Angebot reagieren, beziehungsweise, ob ein oder mehrere Anbieter einsteigen werden. Knackpunkt dürfte dabei der Verteilschlüssel der Werbeeinnahmen zwischen Google und den Mobilfunkanbietern sein. Vielleicht wird Google aber - zumindest in den USA - künftig auch selbst ein eigenständiger Mobilfunkanbieter. Bei einer kommenden Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen will das Unternehmen mitbieten.

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